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Kleine historische Schriften
Entstehung
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Eine florentmische Edelfrau im 15. Jahrhundert. 69

Während seines Verweilens in der Vaterstadt wohnteNiccolo im Hause Alessandra's, und die ganze Verwandtschaftfand sich ein, ihn zu begrüßen und zu ehren. Es war fürdie Frau eine Beruhigung, mit dem wackern theilnehmendenManne ihre Angelegenheiten und die der Söhne zu besprechen.Aber der Schmerz überwog die Freude. Der Knabe ging mitihm.Seine Ankunft", schrieb Alessandra am 8. Februar1450 nach Neapel,war mir ein Trost, Matteo's Weggehnein Leid, worüber ich mich noch nicht zu fassen vermag. Ich

sage jetzt weiter nichts davon ich kann es nicht." Und

später:Matteo ging mit Niccolo. Er ging gerne und warfür die Reise wohl ausstaffirt. Während der Tage die Nic-colo hier zubrachte, gefiel der Knabe ihm, und ich glaube er

wird ihm immer mehr gefallen. Ich bete zu Gott, Er wolle

ihm Tugend und Gnade gewähren zu seinem Heil."Ichkann Dir sagen", schrieb Marco Parenti am Tage der Ab-reise, 6. Februar 1450, an seinen Schwager Filippo,MonaAlessandra bleibt so traurig wie freudig zurück. Es schmerztsie tief, von den Söhnen nun keinen mehr um sich zu haben,aber sie tröstet sich mit mehr männlicher als weiblicher Sinnes-art, in Hoffnung des Vortheils der für den Knaben darauserwachsen kann. Mich dünkt, ihr Söhne habet große Ver-pflichtungen gegen sie, und ihr solltet ihrer stets eingedenk sein,wie ich glaube daß ihr seid."

Eben um diese Zeit wurde Alessandra Großmutter. Siestand im Alter von vierundvierzig Jahren, als ihre TochterCaterina ihren ältesten Sohn Piero, den Verfasser der Chronikgebar, während sie mit den Ihrigen zu Ronta im Mugelloverweilte, einem vormaligen Castell der Ubaldini, welches imhöhern Hügellande an der von Florenz nach Faenza führendenStraße liegt. Die Seuche hatte die Familie veranlaßt, diesen,gesunder Luft sich erfreuenden Ort aufzusuchen, welchen auchheute mehre herrschaftliche Villen umgeben. Der Knabe wurdein der kleinen Kirche des Castells getauft, und außer zweienvon der florentiner Freundschaft standen nach alter volks-tümlicher Sitte Männer und Frauen des Ortes, je fünf an