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Kleine historische Schriften
Entstehung
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Eine florentinische Edclfrau im 15. Jahrhundert. 63

schüttern, welche nachmals unter Cosimo's Enkel Lorenzp wahr-haft geplündert worden ist. Wie der Parteigeist sich auch hierzu schaffen machte und argusäugig war, zeigt eine Verordnungvom Jahre 1458, einer Zeit von der noch die Rede seinwird, wonach die Mitgift nicht an Solche ausgezahlt werdensollte, die außerhalb des Dominiums der Republik heirateten.Eine Verordnung, welche besonders die Verbannten aufs Kornnahm, und wogegen in Einzelfällen, durch Einholen speciellerErlaubnis, Schutz gesucht wurde.

Vier Jahre später wurde die jüngere Tochter Alesiandramit Giovanni Bonsi vermält. Die Familie, welche im ViertelSto Spirito, auf dem linken Ufer des Arno, wohnte, waransehnlich, und hatte schon im 14. Jahrhundert Gonfolonierenund Prioren. Giovanni stand im Alter von achtunddreißig Jah-ren, zählte somit mehr als das Doppelte jenes der Braut, aberder Mutter war die Heirat sehr angenehm. ,,Er ist", schriebsie über den künftigen Schwiegersohn an Filippo,ein braver,tugendhafter und wohlhabender junger Mann, mit so vielenguten Eigenschaften, daß ich überzeugt bin, die Alessandra wirdebenso zufrieden sein wie ich." Nach Jahren scheint sie mitden Familienverhältnissen es waren nicht weniger als sechsBrüder da minder zufrieden gewesen zu sein.Liebster",schrieb Giovanni am 8. April 1451 an Filippo Strozzi,ichhabe vor kurzem einen Brief an Dich gerichtet, und beantwortenun den Deinigen. Über die Heirat sage ich nichts weiter, alsdaß ich zu Gott bete, Er möge uns beschützen und erhalten.Die erforderlichen Vorbereitungen sind jetzt im Gange, nachder Art, wie es sich für unsere Stellung ziemt. Von nun anhabt ihr mich nicht anders anzusehn, als wäre ich euer leib-licher Bruder, wie auch ich in Bezug auf euch thun werde.Du sagst mir, diese Verbindung mit euch sei ein Liebesdienst;dies würde sich mir zu sagen geziemen. Was ich über Deinegünstigen Verhältnisse vernehme, freut mich. Es ist die FruchtDeines guten Verhaltens, ebenso wie jenes der tüchtigen undgeachteten Männer, deren Genosse Du bist und welche, so hoffeich, Dir und Deinen Brüdern auch künftig Vortheil und Ehre