Eine florentinische Edelsrau im 15. Jahrhundert. 57
Dir fortwährend erweist. Ich sage weiter nichts, denn Dubist kein Kind mehr und mußt mich verstehen." Auf derReise nach Neapel war Filippo in Livorno gelandet. Wasihn hinderte, die Mutter in Florenz zu besuchen, vielleichtSchiffsgelegenheit für die Weiterreise, ist nicht bekannt; aber dieseempfand es schmerzlich. „Gott weiß, welches Leid ich hatte,das ich vernahm, Du könntest nicht Herkommen, als Du inLivorno warst. Man sagt manches mündlich, was man nichtin einem Briefe schreibt. Gott gebe, daß ich euch vor meinemHinscheiden gesund wiedersehe. Sorge dafür, mir durch jedenBoten zu schreiben, wäre es auch nur, um zu sagen daß DuDich wohl befindest."
Schon war die Rede davon, auch den jüngsten, kaum elf-jährigen Sohn Alessandra's der Obhut der Verwandten anzu-vertrauen, aber noch konnte sich die Mutter dazu nicht ent-schließen, umsoweniger, als eine der Töchter das Haus verließ.
„Liebster Sohn", so liest man in demselben Briefe vom14. August 1447, „vorerst melde ich Dir, daß wir durch GottesGnade unsere Caterina dem Sohne des Parente Parenti verlobthaben. Er ist ein wackrer, tugendhafter junger Mann, einzigerSohn, reich, fünfundzwanzig alt, Eigentümer eines Seidenge-schästs. Sie haben an den Staatsämtern einigen Antheil, dennvor kurzem saß sein Vater im Collegium (der Beisitzer desobersten Magistrats der Prioren, oder der Signorie). DieMitgift beträgt 1000 Goldgulden, von denen sie die Hälfteim Mai kommenden Jahres vom Aussteueramte erhält, ich ihrdie andere Hälfte baar und in Hochzeitsgaben zustelle, wenndie Heirat stattfindet, was, so Gott will, im November er-folgen soll. Dies Geld ist theils vom eurigen, theils vom wei-nigen. Hätte ich nicht diesen Entschluß gefaßt, so wurde imlaufenden Jahre nichts aus der Sache. Wer heiratet, ver-langt Geld, und bis zum Jahre 1448 und 1450 wollte keinerauf die Mitgift warten. Indem ich ihr also gegenwärtig die500 Gulden gebe, kommen mir, so Gott ihr Leben schenkt,diejenigen zugute, welche im Jahre 1450 fällig sein werden.Wir haben dies als das Beste erachtet, denn das Mädchen ist