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Alessandra Strozzi.
geschlossen, während neue Leute emporkamen. Von den alten,seit einem Jahrhundert allen Antheils am Staate beraubtenAdelsfamilien wurden wol manche zu den bürgerlichen Rechtenzugelassen, aber es war eine ungefährliche Maßregel, da siemeist geringen Besitz und die eingewurzelte Abneigung derPopolanen gegen sich hatten, und in der Regel unbeachtetblieben, während die Ernennung zu solchen Ämtern, die ihnenals Adeligen auch früher offengestanden waren, ihnen verlorenging. Unterdeß währten die Kriege fort, welche, nachdem allermilitärische Geist in dem nur mit Industrie und Handel be-schäftigten Volke erstickt war, vorzugsweise dem Ehrgeiz undder Habgier der Führer der Soldtruppen dienten. Neben denlangwierigen Kämpfen gegen Mailand hatte Florenz eine neueFehde gegen Lucca zu führen, nach dessen Besitz es unter denMedici wie einst unter den Albizzi und mit nicht bessermGlück strebte. Überdies gerieth es in gefahrvolle Verwicke-lungen mit König Alfons von Aragon, welcher, schon Be-herrscher von Sicilien, nach dem Aussterben der neapolitani-schen Anjou deren Reich gegen die Anstrengungen Renö's Grafenvon Provence, behauptete, der als Repräsentant der jüngerenLinie von Anjou Erbansprüche an Neapel geltend zu machensuchte, was ihm ungeachtet florentinischer Unterstützung nichtgelang.
So standen die Dinge in den Jahren, die zunächst auf dieRückkehr der Witwe Matteo Strozzi's nach Florenz folgten,auch dann wenig erfreulich, als die anfangs noch währendengrausamen Maßregeln gegen mißliebige Bürger und Familiensich milderten, wenn sie auch kein Ende nahmen. Obgleich dasHauswesen ein beschränktes war, sorgte Alessandra dafür, daßSöhne und Töchter gut erzogen, erstere in den Stand gesetztwurden, dem geachteten Namen des Geschlechtes Ehre zumachen, letzteren der Eintritt in Häuser gleichen Ranges ge-sichert ward. Ein Mann, welcher damals derselben politischenPartei angehörte, Giovanni Rucellai, Palla Strozzi's Schwieger-sohn, hat ausführliche Aufzeichnungen für die Seinigen hinter-lassen, welche uns zeigen, wie von der Geburt an Pflege, Be-