44
Alessandra Strozzi.
die Tochter Pier Gentile's Herrn von Camerino und ElisabettaMalatesta's, einer Tochter Galeotto's, zur Frau hatte. DieserZweig der Malatesten stand somit den Sforza nahe, wasvielleicht dazu beitrug, Matteo Strozzi geneigte Aufnahme zuverschaffen.
Der Herr von Pesaro wies dem Verbannten eine Woh-nung an, ohne Zins dafür zu verlangen. Matteo erkanntedankbar an, was Stadt und Einwohner ihm boten, aber derSchmerz über das harte Loos blieb in seiner Brust lebendig.„Die Erinnerung", schrieb er, „regt mich so sehr auf, daßsie mich kaum athmen läßt. Wer wäre so hart, daß nicht derVerlust der Heimat und der ererbten oder ehrlich erworbenenGüter, daß nicht die Trennung von zahlreichen theuren An-gehörigen, nicht das Entbehren der zum Theil in früher Jugendgewonnenen Freunde, nicht das Abbrechen längstgewohnter Be-ziehungen sein Herz bewegen sollte? In meiner Verbannungverfolgen und bedrängen mich die Gedanken an alles das, wasich vermisse. Doch auch Trost verleiht mir die Stadt Pesaro.Sie liegt mir bequem zur Besorgung meiner häuslichen An-gelegenheiten, während die Bürger mich so freundlich ausgenom-men haben, als hätte ich mein Leben in ihrer Mitte verbracht,wie auch der Gebietenden Güte und Großmuth mir entgegen-gekommen sind. Dazu kommt, daß ich hier mehre gesundenhabe, die den Wissenschaften obliegen, welche in diesen stür-mischen Zeitläufen mein Trost sind, so daß ich die Studiengöttlicher Dinge, denen die öffentlichen Angelegenheiten mit-samt jenen der Freunde mich entfremdet hatten, wiederauf-genommen habe."