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Kleine historische Schriften
Entstehung
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Eine florentinische Edelfrau im 15. Jahrhundert. 31

Das Verhältnis der in der Heimat zurückbleibenden Mit-glieder von Familien, deren Häupter vom Loose des Exilsbetroffen wurden, war aber gleichfalls ein sehr trauriges. DerMann, dem wir vielleicht mehr als irgendeinem andern Nach-richten über Personen und Dinge in Florenz im 15. Jahr-hundert verdanken, und der zu allen Ständen Beziehungenhatte, Vespasiano da Bisticci, welcher bei der Anlage derMediceischen, Vatikanischen, Urbinatischen und anderer Biblio-theken vorzugsweise thätig in zahlreiche Häuser der Vornehmengekommen ist, schildert dies Verhältnis auf ergreifende Weise.Es geschieht da, wo er eines Sohnes Palla Strozzi's gedenkt,eines der angesehensten und würdigsten Bürger von Florenz,welchen die im Jahre 1434 ans Staatsruder gelangte Medi-ceische Partei ins Exil sandte, obgleich sie ihm kein Vergehenund keine Betheiligung an factiösen Umtrieben vorwerfen konnte.Lorenzo Strozzi", sagt er,blieb (nach des Vaters Abreise)in der Stadt zurück, in einer Verfassung, wie man sich vorstellenmag, unter der Wucht wiederholter Schicksalsschläge. Es er-ging ihm wie allen jenen in ähnlicher Lage, welche keiner an-sieht und mit denen keiner redet, als wären sie Juden oderExcommunicirte oder schlimmeres. In solcher Noth wandteseine tugendhafte junge Frau, die sich allen Beistandes bar sahfes war jene anmutige Alessandra de' Bardi, von der wir ebenvernommen Habens sich an Gott den Allmächtigen und an dieglorreiche Jungfrau mit Gebet und frommen Übungen. Seltenkam ihr Mann nachhause, ohne daß er von neuem Schimpfund von Beleidigungen durch Wort und That zu berichten undin Gegenwart der armen Frau zu klagen gehabt hätte. Siehielt ihn aufrecht, so gut sie konnte, und um seine Betrübnisnicht noch zu steigern, that sie sich Gewalt an und zeigte sichin seiner Gegenwart möglichst guten Muthes, indem sie ihn zurGeduld ermahnte und ihm vorhielt, im Unglück lerne manGott besser kennen als im Glück, wie sie selber ihn in denTagen des Wohlstandes nicht hinlänglich gekannt hätten."Selten geschah es jedoch, daß man hervorragende Mitgliedervon Familien, deren Häupter verwiesen waren, lange in Florenz