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Messandra Strozzi.
stehen hier aber überhaupt vor einer eigentümlichen Erscheinung.Die Frau, deren Haus Fürsten und Fürstinnen aufnahm,während dem Familienfürstentum nicht viel mehr als der Namefehlte, sah Hinwider größte Einfachheit des täglichen Lebens,mit gemeinsamer Tafel für die Hausgenossen und bescheidenstenAnsprüchen an Raum und Bequemlichkeit. Wenn sie LuigiPulci die Gesänge der Morgante vortragen hörte, in welchenin der Behandlung des Heiligen wie des historischen odersagenhaften Ritterlichen die Grenze der grotesken Parodie leichtübersprungen wird, so gehören ihre eigenen poetischen Produc-tionen gleich denen der Schwägerin des Dichters jenes wunder-lichen Epos der christlichen Gattung an. Und wenn man nochhinzurechnet, daß die Faschingslieder ihres Sohnes ihr schwerlichunbekannt geblieben sind, so bemerkt man, daß es hier anContrasten nicht fehlt.
Wir wissen von keiner Florentinerin, welche an einem derkleinen, damals in Italien so zahlreichen Fürstenhöfe eine Rollegespielt hätte. Wir finden aber auch keine solche genannt, diegleich Francesca Bussa Ponziani (Sta Francesca Romana) einin Werken der Mildthätigkeit und Krankenpflege verbrachtesLeben in von ihr gestifteter klosterähnlicher Genossenschaft beendet,oder wie Cecilia Gonzaga von Mantua höchste literarische Bil-dung und Grazie mit unbesiegbarem Hang zur klösterlichenAbgeschlossenheit vereint hätte. Die einzige Frau höhernStandes, welche nach dem Beispiel vergangener Jahrhundertehier ein Kloster gründete in das sie selber eintrat, war keineFlorentinerin, sondern eine Malatesta, welche, durch ein auspolitischen Gründen vollbrachtes Verbrechen Witwe geworden,ihre Wohnung in das Dominicanerinnenkloster von Annalenaumschuf, dessen Name, welcher der ihrige war, der Stätte, diees einnahm, und die nach langer Entfremdung heute wiederklösterliche Thätigkeit sieht, geblieben ist. Die Frauen, welchevon Zeitgenossen gerühmt werden, oder von denen Zeugnisseanderer Art vorhanden sind, haben sich durch tugendhaften Lebens-wandel, Wohlthätigkeit, Bescheidenheit, vor allem durch trefflicheErziehung ihrer Kinder und ordentliche Führung des Haus-