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Anlagen.
verwenden, wo sie fast alle uingekommen sind. Im Ganzen sollen in diesemFrühjahr noch nicht mehr als 400 Janitscharen und 550 Azags in Canea ge-landet sein . . .
Aus Allem geht hervor, daß wir noch auf ein glückliches Ende rechnendürfen, wenn die Hülfe, die Sie bringen, nicht mehr lange ans sich wartenläßt. Ich bitte daher Ew. Excellenz inständigst, Ihre Reise zu beschleunigen,da jeder Verzug bei dem Zustand des Platzes nur neuen Schaden bringen kann . . .
- Nr. 2.
3. Juni 1669.
... In meinem letzten Briefe thcilte ich Ew. Excellenz Einiges über denschlimmen Zustand der Festung Candia, insbesondere des Bastions San Andrea,mit und hob hervor, daß von ihm nur noch das Orillon in unserem Besitzsei. Inzwischen haben allerdings die Unsrigen wieder einige Fortschritte gemachtund Theile des Bastions sogar in der Nähe der Bresche zurückerobert. Alleinalle diese kleinen Erfolge sind nur vorübergehend und von geringer Bedeutungangesichts der Befürchtungen, die die allgemeine Lage einflößen muh. Ew.Excellenz können versichert sein, daß, wenn nicht bald Hülfe kommt, das Bastionganz verloren geht und mit ihm 'auch die Festung selbst. Ich habe zwar da-hinter den Bau eines Abschnittes begonnen und ich hoffe auch, wenn wir Zeitbehalten, ihn zu vollenden, allein einstweilen ist er noch nicht vertheidigungs-fähig ...
Aus diesen Gründen wiederhole ich noch einmal meine dringende Bitte,Ew. Excellenz möchten Alles aufbieten, um sobald wie möglich hier einzutrcffen,denn sonst geht es mit dieser hart bedrängten Stadt zu Ende. Leider muß ichauch noch hinzufügen, daß vor wenigen Tagen 48 Türkische Galeeren mitMunition, Proviant und Truppen in Canea gelandet sind. Die Zahl derTruppe soll indessen 2500 fechtende Leute nicht übersteigen. Zum Glück sinddiese auch noch unerfahren, ohne Disziplin und mehr durch Gewalt als kriege-rischen Geist zu ihrer Thätigkeit gezwungen.
Es heißt, der Sultan stehe im Begriff, selbst hierherzukommen. Der Groß-vezir soll darüber beunruhigt sein, denn er wünscht die Belagerung Candiasallein zu Ende zu führen . . .
Nr. 3.
9. Juni 1669.
. . . Unliebsanie Umstände veranlassen mich, Ihnen mit diesem Briefe denObersten Amandi zuzusenden, der Ihnen nähere Ausschlüsse über unsere Lagegeben wird. Trotz aller Anstrengungen und der glänzenden Tapferkeit der Ver-theidiger hat sich der Feind des Orillons und des ganzen Inneren von SanAndrea bemächtigt, und jetzt dringt er schon mit der Sappe gegen den neu er-richteten Abschnitt vor, der unsere letzte Hoffnung ist. Diese betrübenden Um-stände und die täglichen Verluste an Mannschaft, deren Größe in keinem Ver-hältniß zu unserer geringen Zahl steht, lassen mich das Schlimmste befürchten.Der Feind hat aus seinem Erfolge bei San Andrea neue Zuversicht geschöpft,und obwohl auch er seine Truppen immer mehr zusammenschmelzen sieht, bleibter uns doch stets beträchtlich überlegen. Ew. Excellenz bitte ich daher noch ein-mal dringend, Ihre Fahrt hierher ohne Aufenthalt fortzusetzen. Ihr bloßes Er-scheinen wird schon genügen, um die Feinde zu schrecken, die jetzt so übermüthigtriumphiren ... Francesco Morosini.