Anlagen.
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Anlage 1
zu S. 125.
„Hier (in Candia) sind Gallerien und Linien nicht oben, sondern unterder Erden durch und unter die Bollwercker und Aussenwerk, weit ins Feld hin-aus, biß an des Feindes Battoriöu geführet worden, und wo der Feind seineLuttorlsv nicht biß aufs Wasser umbgraben hat, ist dieselbe ihm sampt denStücken in die Lufft gesprenget worden, darzu denn eine unglaubliche und un-erhörte Arbeit, auch zum unterbauen viel Bauholtz und Steine erfordert worden.Ob zwar etliche 1000 Sklaven, und nicht eine geringe Zahl Minurer zu solcherArbeit und Minen zu machen gebrauchet worden, so hat doch darneben auchderen Soldaten die Onllkiis und Minen zu bewachen keine geringe Anzahl seynmüssen; und in Warheit täglich 3000 Mann unter der Erden Wacht zu haltenund 800 Schildwachten zu besetzen seyn müssen, und ist offt gekommen, dassdie OlullgrisQ und Eommuvioatioirs-Linien durch die Minen seyn verschüttetoder vom Feind abgcgraben oder auch die Lusft-Brunnen zugedecket worden,worüber viel 100 Menschen also haben ersticken müssen und mit Erden seynbedecket worden. Da auch die OovainuuiLLtiovs-Linien unterweilen etliche Fußunter Wasser seyn geführet worden, und die Sklaven das zurinnende Wasserdurch Bompen haben ausschöpffen müssen, sind unterweilen die Bompen ge-brochen oder durch eingefallene Lomiiön zerschlagen und ruiuiret worden, so,daß die Mannschafft, welche die Wacht gehalten, biß an die Knyn auch wolzuweilen biß an den halben Leib im Wasser sitzen und als dann nicht wenigverderben müssen ....
Die grösste Art Minen ist von denen Jtaliänern Kornölleu genandt,welches dann die stärcksten waren, welche die Belagerten unter des FeindesMinen, Lnltsrisu, Rsänttsro oder wie sie wussten, daß die Türcken häuffigvcrsamlet waren, unter die Felsen und wol 3 biß 4 Fuß tieff unter Wassermacheten . . . Dieselben seynd also gemachet und zum siltköot zugerichtetworden: Der IvZönlsur und Oberste von den Minen hat den Plan der 81-tuutioir von den darnach er sich unter der Erden mit der Onllsris,
Oolllwuiriontloirs-Linie und Minen richten muste. Wenn nun ein solch 1?our-usll solle gemachet und gesprenget werden, so wurde aus den gemachten Rahmen,die in die Onlloris giengcn, Kammern groß oder klein gemachet, nachdem dieNothdurfft erforderte, hernach wurde unten am Boden der Kammer starcke Pfälund Pallisaden, die zusammen genagelt, geleget, umb das Pulver trocken vorder Feuchtigkeit dardurch zu erhalten, hernach, wenn nun das Pulver in Säckenoder Tonnen in die Kamnier gethan und die Ladung der ^ournskls geschehenwar, so hat man zugleich die Zündung und Anfeurung mit zum Pulver ge-than, welches dann hölzerne Röhren, vierkantig, inwendig 2 oder 3 Zoll weit,und 12 biß 16 Fuß lang waren, von Tannenbrettern zusammen genagelt; her-uach ist der Eingang oder Mund der I^ouruslls wohl 6 oder 7 Fuß dick festzugemauret, hernach solch Mauerwerck gegen die entstehende Gang und Rahmen