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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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7. Kriegsvorbereitungen für das Jahr 1609.

7. Kriegsvorbrrritungen für das Jahr 1669. KönigLudwig XIV. von Frankreich sendet Truppen undeine Ftokte zu Hülfe.

Die großen Verluste an Mannschaft im Jahre 1668 und die sonstigenbedeutenden Opfer, die der Krieg um Candia der Republik auferlegt hatte,erweckten in Venedig lebhafte Besorgnisse für das kommende Jahr. VorAllem begann das Geld knapp zu werden; ohne viel Geld konnte Venedigaber nicht Krieg führen, denn es bedurfte dazu der Söldner, und diese warensehr kostspielig. In dem einen Jahre 1668 hatte man fast fünf MillionenSkudi an Sold ausgegeben und etwa dreimal soviel für Lebensmittel,Munition und sonstiges Kriegsgeräth. Mußten doch alle selbst die kleinstenBedürfnisse nach Candia hingeschasft und auch die Einwohner auf Kosten derRepublik ernährt werden. Nun stand allerdings in der nächsten Zeit einigeUnterstützung in Aussicht. Die Braunschweigisch-Lüneburgischen Truppen*)hatten sich in Bewegung gesetzt und langten unter Befehl des GrafenJosias von Waldeck in der Stärke von 2400 Mann Mitte Februar 1669in Venedig an, wo sie wegen ihrer vorzüglichen Haltung allgemeine Be-wunderung erregten.**) Ihr Eintreffen in Candia erfolgte am 13. Mai.Der Kurfürst von Bayern hatte sich entschlossen, ein Regiment zu Fuß unterdem Obersten Leopold Adrian v. Bürchen, 1600 Mann in 10 Kompagnien,in Venezianische Dienste treten zu lassen. Das Regiment traf am 3. Maiin Venedig und am 29. Juni in Candia ein, wo es dem Grafen von Waldeckunterstellt wurde. Auch der Deutsche Kaiser und einzelne ItalienischeFürsten, z. B. die Herzöge von Parma, Mantua und Modena, stellten Unter-stützungen in Aussicht. Der Malteser-Orden schickte Ersatzmannschaft für seinBataillon in Candia und beschloß, auch dieses Jahr eine Hülfsflotte zusenden. Aber alle diese kleinen Verstärkungen reichten bei Weitem nicht hin,um dem großen Bedürfniß nach neuer Mannschaft gerecht zu werden.

Da war es denn wiederum Papst Clemens IX., der seine ganze Krafteinsetzte, um der bedrängten Republik zu Hülfe zu kommen. Zunächst sandleer selbst neue Mannschaft für das Päpstliche Bataillon in Candia, schafftedurch den Verkauf säkularisirter Klöster Geldmittel herbei und beschloß,

*) Vergl. Seite 126.

**) »I-a Akirts äi Uruusviob sra nnivsrsalwsnts bell». . . fUrusoni, Ltoriaä'ltaiia). Es waren unterwegs nur zwei Mann desertirt, eine für die damalige Zeitunerhört geringe Zahl.