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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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6. Die Belagerung von Candia im Jahre 1668.

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Venedig befanden, so trat häufig Mangel an gutem Material ein. Auch war dieBedienung der Geschütze sehr ungeschickt und nachlässig, worüber sich Scheitherfolgendermaßen äußert:Die Constabels,* **) ) so noch vorhanden, welche meistJtaliäner und Griechen, seynd grobe Ochsen und dazu unerfahren gewesen,welche nicht Achtung gegeben, wohin sie geschossen oder getroffen, und bis-weilen auff uns, die wir am alleräußersten Ende der Lroella und ^ttaynsgestanden, Feuer geben, uns selbsten beschädigt und gar viel Leut todt ge-schossen haben, also, daß wir uns mehr vor ihrem, als des Feindes Canonhaben zu hüten gehabt. Wann dann solche Gesellen schon ein solch Stückleinverrichtet, haben sie nur dessen dazu gelachet, es ist ihnen auch von ihrenGeneralen nichts darumb gethan worden; Endlich, wenn sie den Canon habenfeuern wollen, so haben sie müssen ein Zeichen mit einem kleinen Fahnen unsgeben, daß wir uns vor ihrem schiessen haben vorsehen können ..

Große Schwierigkeiten bereitete dem Türkischen Angriff mit der Sappedie Beschaffenheit des Bodens vor den beiden Endbastionen. Bei San Andreawar das Gelände in der Nähe des Flusses Gioffiro sumpfig, weiter nach derFestung zu bestand es dagegen aus nacktem Fels ohne jede Erddecke. Manwar daher hier genöthigt, die Laufgräben und Batterien, anstatt sie in denBoden zu vertiefen, theilweise durch Aufschüttungen herzustellen, und dazumußte die Erde in Körben von weit her geholt werden. Trotz dieser gewaltigenArbeit brachten es die Türken nicht nur fertig, bereits Anfang August ihreLaufgräben bei San Andrea bis zum Hauptgraben heranzuführenund dieEskarpe 90 Schritt breit zu breschiren, sondern sie errichteten auch zum Theilin die See hinein einen gewaltigen Kavalier, der die Werke der Festung über-höhte und eine Batterie von 6 schweren Geschützen trug. Von hier aus ver-mochten sie die Seefront der Stadt bis zum Bootshafen zu flankiren unddiesen selbst zum Theil unter Feuer zu nehmen. Im Ganzen waren vorSan Andrea acht Batterien mit 28 Kanonen und 8 Mörsern in Thätigkeit,9000 Janitscharen hielten die Laufgräben besetzt, während 5000 SchanzgräberTag und Nacht arbeiteten. Der Minenkrieg wurde jedoch an dieser Stellenicht mehr in dem Umfang geführt, wie im Jahre 1667 bei Panegra undBetlem, weil die felsige Beschaffenheit des Bodens das Vordringen sehrerschwerte.

Bei Sabionera***) zog sich zwischen diesem Bastion und dem Fort SanDemetrio ebenfalls ein Felsriff hin, dagegen bestand der Boden vor der demMeere zugekehrten Flanke, wie schon früher erwähnt, aus losem Dünensand.Hier setzten daher die Türken ihren Angriff an, indem sie die Laufgräben undBatterien hart am Meere gegen die Flanke richteten. Es gelang ihnen hierschon am 16. August 1668 eine 60 Schritt breite Bresche zu legen, doch war

*) Artilleristen.

**) Siehe die anliegende Textskizze des Bastions San Andrea.

***) Siehe die anliegende Textskizze des Bastions Sabionera.