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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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6. Die Belagerung non Candia im Jahre 1668.

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Werth nur sehr gering. Geübte und erfahrene Mannschaften ließen sich nachCandia nur für schweres Geld anwerben, denn die Festung stand in demRufe, daß man nicht lebendig wieder hinauskomme. Die VenezianischenWerber waren daher genöthigt, mit allerlei Gesindel vorlieb zu nehmen, jaman mußte sogar zu dem Mittel greifen, die Insassen der Gefängnisse, Ban-diten und Straßenräuber, denen hierfür ihre Strafe erlassen wurde, in dieTruppen einzureihen. Militärische Schulung besaßen diese Söldner fast garnicht. Es fehlte vor Allem die Zeit für ihre Ausbildung, da sie nur fürden Krieg geworben, dann wieder entlassen wurden; auch liebten sie nichtsweniger als das Drillen:Und werden die nenangeworbenen Soldaten jetzigerZeit an manchen Orten auf dem Werbplatz und in den Quartieren im Luder,ohne einige Uebung der Waffen, aufgehalten, oder sogleich hinaus insFeld geschickt für Grabenfüllen und auf der Fleischbank geführt."*) Diese un-geübten Leute vermochten natürlich auch keine Anstrengungen auszuhalten; sieerlagen auffallend schnell der ungewohnten Arbeit und den Entbehrungen inder belagerten Stadt. Auch I. B. Scheither, der die Belageruug von Candiatheilweise selbst mitgemacht hat, spricht sich in seiner ^I^ovissima Praxismilitaris" sehr abfällig über die dort verwendeten Truppen aus. Den be-treffenden Abschnitt seiner Schrift giebt Anlage 3.

Auch die Türken machten im Frühjahr 1668 große Anstrengungen,das Belagerungsheer zu ergänzen. Wenngleich es ihnen an Menschen

hierfür nicht fehlte, stieß doch der Nachschub an Verstärkungen auf mancheSchwierigkeiten, weil viele Truppen sich einfach weigerten, den Belage-rungsdienst vor Candia zu übernehmen. I. B. Scheither sagt hierüber: .. . die Mannschaft anlangend, so die Türken zum ssoonrs anbringenmüssen, ist es damit auch nicht so gar leicht abgegangen, denn Candia ingantz Türkei wie ein Fluch ist gewesen, so daß, wenn einer dem Anderenetwas böses hat wünschen oder schwören wollen, ist solches bey Candia ge-schehen, daß er soll sein Haupt vor Candia bringen; deßwegen sowol dieJanitschareu als andere Art Türckische Soldaten nicht gern dahin gewolt, dieArbeiter auch aus anderen Königreichen haben mit Gewalt erpresset und gleich-falls die Sklaven mit großen Kosten herbey geschäftet werden müssen ..."

Der Großvezir veranlaßte daher den Sultan, sich persönlich nach Larissain Thessalien zu begeben und die Einschiffungen der hier bereitgestelltenMannschaften zu betreiben. Auch Egypten, Syrien und die Barbaresken-Staaten Nordafrikas wurden zu Hülfeleistungen herangezogen. Die TürkischeHauptflotte mit Ersatzmannschaften fand, wie wir wissen, im September nachdem Abzug der Päpstlichen und Maltesischen Schifte Zugang in Canea,außerdem gelang es aber noch mehrfach anderen Transporten geringerenUmfanges, in den kleinen Häfen des östlichen Theiles der Insel zu landen.Auf diese Weise wurden außer einer größeren Zahl von Azags (Schanz-

ahis (Reiter), 4000 egyptische und

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*) Lomdi-s,!, bslll sl pg-ois. 1643.