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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.

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die ausgeschifften Bedeckungsmannschaften so stark gemaacht, daß sie, alsTürkische Truppen von Kissamo her anrückten, zum Angriff Vorgehen konnten.Die Türken wurden gezwungen, sich zurückzuziehen, und mußten, hart bedrängt,in den Ruinen eines dicht am Meeresufer liegenden alten Klosters Zufluchtsuchen. Hier leisteten sie indeß vier Stunden lang heftigen Widerstand undwiesen mehrere Angriffe zurück. Auch die Galeeren betheiligten sich an demGefecht, indem sie sich ans Musketeuschußweite am Ufer vor Anker legtenund das Kloster bombardirten. Sie erlitten hierbei Verluste durch das feind-liche Musketenfeuer; so wurde dicht neben Nospigliosi der Schiffskoch seinerGaleere erschossen. Erst als den Türken die Munition ausging, traten sieden Rückzug an, bei dem sie noch viele Mannschaften verloren. Nachdem dieGaleeren Rospigliosis genügend Wasser eingenommen hatten, kehrten sie wiederauf ihren Posten zurück. Bei dieser Gelegenheit trat zum ersten Mal einUebelstand hervor, der später den Unternehmungen zur See in diesem Jahreein frühes und unrühmliches Ende bereiten sollte. Es waren dies die über-triebenen Ansprüche, die die auf der Maltesischen Flotte befindlichen Ordens-ritter bezüglich des Vorranges vor den Päpstlichen und Venezianischen Offi-zieren erhoben. Dies Verlangen, das der damaligen Anschauung entsprechendweniger eine Frage der Tapferkeit als vielmehr der Etikette war, wurde vonNospigliosi abgewiesen. Obgleich selbst Mitglied des Ordens, glaubte erdoch als Admiral des Papstes, der ja Vorgesetzter des Ordens war, seineneigenen Offizieren mindestens die gleiche Berechtigung zugestehen zu müssen.Der Malteser bemächtigte sich darauf eine große Aufregung, sie strömtenauf der Galeere ihres Admirals Accarigi zusammen und veranlaßen diesennach einer sehr stürmischen Berathung, nochmals zu Nospigliosi zu gehen undihre Forderungen entschieden zu wiederholen. Accarigi war auch schwachgenug, sich dazu herzugeben, allein er erfuhr von Nospigliosi eine erneuteZurückweisung. Die Ritter ließen darauf durch einen Abgesandten demPäpstlichen Admiral erklären, sie würden ihm den Gehorsam verweigern,wenn er sie noch einmal gemeinsam mit anderen Truppen verwenden wolle.Nospigliosi begnügte sich damit, ihnen zu erwidern, sie möchten thun, wassie wollten, sie würden sich darüber vor dem Großmeister des Ordens unddem Papst zu verantworten haben. Obwohl diese Angelegenheit somit nichtzum endgültigen Austrage kam, hinterließ sie doch einen Stachel bei denBetheiligten und erregte auch mit Recht das lebhafte Mißvergnügen derVenezianer, die die Unterstützung, die ihnen die Hülfsflotten bringen sollten,durch solche Streitigkeiten sehr in Frage gestellt sahen.

Die Beschaffung des Wassers von weit her verursachte auch fernerhingroße Schwierigkeiten und nahm stets viel Zeit in Anspruch, ohne daß dermitgebrachte Vorrath jedesmal länger als einige Tage gereicht hätte. DiesemUebelstande war nur abzuhelfen, wenn man sich in den Besitz der kleinenInsel S. Teodoro setzte, auf der sich mehrere gute Quellen befanden.*) Diese

*) Siehe die nebenstehende Textskizze.