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5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.
ganze Kriegslage aus und verabredete mit Nospigliosi, sobald wie möglicheinen allgemeinen Kriegsrath abzuhalten, in dem man sich über die weitereThätigkeit der vereinigten Flotte schlüssig werden wollte. Diese Berathungfand denn auch am 10. Juli statt und führte zu dem Entschluß, den Postenvon S. Teodoro so lange als möglich festzuhalten, um jeden Versuch derTürken, dort Ausschiffungen für das Belagerungsheer vor Candia vor-zunehmen, zu vereiteln. Morosini war also von dem früheren System derVenezianer, die Dardanellen zu sperren, ganz abgekommen und zwar deshalb,weil die Türken ihre Verstärkungen für Candia jetzt nicht mehr in Konstan-tinopel, sondern in den Häfen der Kleinasiatischen oder Griechisch-ThessalischenKüste einschisften. Er hielt es daher für zweckmäßiger, die Ausschiffungs-punkte zu sperren, und der Erfolg gab ihm Recht, denn es gelang in derThat den Türken in der nächsten Zeit nicht, nennenswerthe Verstärkungennach Candia zu schassen.
Die vereinigte Päpstlich-Venezianisch-Maltesische Flotte in der Buchtvon Canea war 5 Galeassen und 27 Galeeren stark. Es befanden sichaußerdem noch bei ihr zehn Hochbordschiffe und eine Anzahl bewaffneterGaleotten und Brigantinen. Sie lag Tag und Nacht gefechtsbereit, umjeden Augenblick einem anrückenden Feind entgegengehen zu können. DieAufstellung, in der dies geschah, giebt Anlage 2.
Schwierigkeiten verursachte die Beschaffung frischen Wassers, denn diewenigen Quellen auf der Insel S. Teodoro befanden sich im Besitz derTürken, die dort ein kleines Kastell besetzt hielten. Das Wasser mußte daherziemlich weit hergeholt werden, wozu jedes Mal abwechselnd ein Teil derGaleeren verwendet wurde. Am 14. Juli hatten sich zu diesem Zweck diePäpstlichen und Maltesischen Galeeren gemeinsam nach dem an der Buchtvon Suda gelegenen Oertchen Calamio begeben, während die VenezianischenSchiffe bei S. Teodoro zurückblieben. Es wurde bei Calamio zunächst einebewaffnete Bedeckung von je einer Abtheilung Päpstlicher und MaltesischerTruppen unter Befehl des sorZsuts muAZiors äi dattuAlirr Tomasso Fiorian Land gesetzt, und darauf folgten die aus Rudermannschaften bestehendenWasserholer. Kaum aber hatten diese ihre Arbeit begonnen, so erschienenTürkische Truppen zu Pferde und zu Fuß von der nahen Garnison desStädtchens Arpicorna, um das Unternehmen zu stören. Die Bedeckung gingihnen rasch entgegen und besetzte einen den Anmarschweg der Türken beherr-schenden Hügel. Hier entspann sich nun ein längeres Feuergefecht, in demaußer einigen zwanzig Soldaten auch der zum Gefolge Nospigliosis gehörigeCavaliere Compagnoni sowie der Malteserritter de Rabeaudange fielen. Alsdas Wasserholen beendet war, wurde der Rückzug augetreten und die ganzeMannschaft wieder glücklich an Bord gebracht. Ein ähnlicher Vorfall er-eignete sich bereits am 20. Juli wieder. Nospigliosi war mit seinen eigenenund einigen Venezianischen und Maltesischen Galeeren in die Bucht vonKissamo gegangen, um dort Wasser zu holen. Diesmal hatte man aber