2. Wiederbelebung des Krieges im Frühjahre 1667.
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übrigen Schiffe zogen sich, durch den Tod des Feldherrn entmuthigt, zurück,woraus die Türkische Flotte das offene Meer gewann, die im vorigen Jahreverlorenen Inseln zurückeroberte und bedeutende Verstärkungen nach Candiaführte.
Zum Glück für die Venezianer wurden die Türken in den folgendenJahren in einen Krieg in Ungarn und Siebenbürgen verwickelt, weshalb siedie Unternehmung auf Candia lässiger betrieben; ja der Großvezir bot derRepublik sogar gegen die Abtretung der Stadt Candia den Frieden an. DerSenat verwarf zwar diesen Antrag, setzte aber den Krieg nicht mit demnöthigen Nachdruck fort.
Erst im Jahre 1660 geschah wieder eine größere Waffenthat. DerKönig von Frankreich, Ludwig XIV., hatte 8000 Mann seiner Armee derRepublik als Hülfskorps zur Verfügung gestellt. Die Franzosen landetenbei Candia und erstürmten gleich am nächsten Tage mit großer Tapferkeitdas Türkische Lager. Anstatt diesen Sieg aber auszubeuten, gaben sie sichsogleich der Plünderung hin. Währenddessen wurden sie von den Türken,die sich wieder gesammelt hatten, überfallen und fast gänzlich aufgerieben.
1661 suchte der Generalkapitän Giorgio Morosini die feindliche Flottebei der Insel Tine auf, schlug sie und nahm ihr 20 Schiffe ab. Dies waraber auch der letzte Versuch der Venezianer, den Krieg angriffsweise zu führen.Bon jetzt ab hielten sie sich nur noch in der Vertheidigung und beschränktensich darauf, die wenigen festen Stützpunkte, die sie besaßen, festzuhalten. Wasnoch mit den Waffen geschah, galr nur der Erhaltung der Ehre. Der Besitzder Insel hatte für die Republik auch an Werth sehr verloren, denn derHandel mit der Levante war durch den fast zwanzigjährigen Krieg so gutwie vernichtet. Im Jahre 1665 hätte sich zwar noch einmal eine günstigeGelegenheit geboten, die Insel zurückzuerobern. Die Türken hielten damalsnur schwache Kräfte dort, da sie in Ungarn in einen gefährlicheren Kriegverwickelt waren; ja sie hatten sogar die Belagerung der Festung Candiaaufgegeben und sich auf die Festhaltung von Canea und Neu-Candia be-schränken müssen. Allein die Venezianer ließen die Gelegenheit ungenutztvorübergehen und boten so den Türken die Möglichkeit, sich so lange zubehaupten, bis frische Kräfte dem Kriege eine andere Wendung gaben.
2. Wiederbelebung des Krieges im Frühjahre 1667.
Inzwischen war nämlich Achmed Cöprili, der Sohn Mohameds, nachdessen Tode Großvezir der Pforte geworden, ein Mann, der seinen Vateran staatsmännischem Scharfblick und Thatkraft noch übertraf. Er schloß 1666Frieden mit Ungarn und wandte nunmehr seine ganze Aufmerksamkeit demKriege um Candia zu. Im November desselben Jahres führte er persönlich