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IV. Schlußbotrachtunge».
Das 4. Korps hat ohne Frage den größten Theil seines Verlustes imKampfe mit der 38. Infanterie-Brigade erlitten. Was den Säbeln der Garde-Dragoner zum Opfer fiel, entzieht sich einer ziffernmäßigen Angabe. Die gegen-seitigen Verluste durch Artilleriefeuer werden sich die Wage halten: der verhältniß-mäßig größeren Wirkung der Preußischen Geschütze steht die größere Zahl derFranzösischen Batterien gegenüber. Die Feuerwirkung der 20. Infanterie-Division gegenüber dem Korps Ladmirault beschränkte sich auf die Schüsse, dieTheile des Regiments Nr. 17 und eine Kompagnie des Regiments Nr. 7 9 gegenAbtheilungen des Linien-Regiments Nr. 13 abgaben, während die Pionier-Kompagnien keine Gelegenheit fanden, ein wirksames Feuergefecht zu führen.Wie Lieutenant v. Wolzogen berichtet, fand man am 18. August auf derBruviller Höhe noch eine Unmasse todter Franzosen mit Schußwunden,die von Jnfanteriefeuer herrührten. Hauptmann Schultze, der schwerverwundet auf dem südlichen Schluchtrande niedergestürzt war, schreibt imSeptember 1870: „Am anderen Morgen warf ich einen Blick über dieSchlucht und bemerkte dort eine dunkle Masse menschlicher Körper, namentlichnach dem Rande zu, wie dicht zusammengepackt. Mit zunehmender Helleunterschied ich die rothen Hosen, die Leichen unserer Gegner ... Es lagenihrer auf einer kleinen Fläche mehrere Hundert." Dem damals Geschriebenenhat der Verfasser neuerdings hinzugefügt: „Die todten Franzosen lagen dichtnebeneinander und in großer Tiefe bis zum jenseitigen Schluchtrande; einBeweis, daß hier von uns bis zum letzten Augenblick gekämpft wurde.Hierfür darf ich wohl als klassischer Zeuge gelten." Auch General v. Scherfsbemerkt, daß noch am 18. August früh die Französischen Leichen in dichtenReihen hinter der Schlucht gelegen hätten.
Der Verlust der 38. Infanterie-Brigade von 74 Offizieren und2042 Mann todt und verwundet übersteigt nur um ein Weniges den wahr-scheinlich zu gering angegebenen Französischen Verlust: bei 836 PreußischenTodten und ihren Wunden Erlegenen weist die Gräberliste der Kommandanturzu Metz 686 auf dem Gefechtsfelde bestattete Mannschaften der RegimenterNr. 16 und 57 nach, denen, wie berichtet, 767 Franzosen gegenüberstehen.Die Verluste der 38. Infanterie-Brigade vertheilen sich, wie die nebenstehendeUebersicht angiebt.
Die fünf Preußischen Bataillone brachten 4450 Gewehre ins Gefecht.Ihnen stellten die Franzosen etwa 11500 Gewehre entgegen, wobei ihre Ueber-legenheit vom rechten nach dem linken Flügel ungefähr von 4:1 bis 2:1 abnahm.
Die 38. Infanterie-Brigade verlor an Todten und Verwundeten 80 v. H.der Offiziere und 45 v. H. der Mannschaft. Manche Kompagnien hatten auf-gehört zu bestehen. In einer am 17. August geschriebenen Feldpvstkarte heißtes: „Unsere Kompagnie" — die 11. des Regiments Nr. 16 — „ist jetzt18 Mann stark, das Bataillon 140, doch ist es noch früh am Tage," aberdie Hoffnung, daß sich noch eine größere Zahl Versprengter wieder einfindeuwürde, erwies sich als trügerisch.