II. Der Angriff des Generals v. Schwartzkoppen.
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Entsprechend der doppelten Umfassung der Preußischen Brigade, drangder rechte Französische Flügel in südlicher, der linke in südwestlicher Richtungüber die Schlucht vor. Dem rechten Flügel der Division Cissey hatten sichdie 3. Kompagnie des Jäger-Bataillons Nr. 5 und zwei Kompagnien vomII. Bataillon des Linien-Regiments Nr. 13 angeschlossen; die anderen vierKompagnien dieses Bataillons blieben rechts gestaffelt auf dem Nordrandeder Schlucht zurück. Auf dem linken Flügel der Division Cissey überschrittendas Jäger-Bataillon Nr. 20 und Abtheilungen des Linien-RegimentsNr. 1 die Schlucht in südwestlicher Richtung. In der Mitte hatte dasLinien-Regiment Nr. 57, gefolgt von dem Linien-Regiment Nr. 73, in breiterFront die Hochfläche an der einzelnen Pappel erstiegen. Die Brigade Gold-berg traf Anstalten, sich daselbst in Versammlungsformation, das Linien-Regiment Nr. 73 links neben dem Linien-Regiment Nr. 57, aufzustellen.*)
Die den beiden Flügeln der Brigade Goldberg angehängten Abtheilungenstießen entsprechend ihrem Vorgehen einige hundert Schritte südlich der Schluchtkonzentrisch zusammen. So waren die Französischen Truppen auf engemRaume zusammengedrängt und bunt durcheinander gewürfelt. Die taktischeOrdnung hatte sich gelöst. Nur Wenige schienen sich um die Verfolgung desSieges zu kümmern. Die Offiziere traten in Gruppen zusammen, um unterlebhaftem Geberdenspiel ihre Ansichten auszutauschen. Ein Theil der Mann-schaft zerstreute sich über das Gefechtsfeld, um eine Trophäe zu erhaschen,einen Helm, einen Säbel oder einen Revolver. Andere beschäftigten sichdamit, an den Weidenbäumen in der Schlucht den Zündnadelgewehren denKolben abzuschlagen.**)
Die vorderste Linie des rechten Flügels hatte sich an der Hecke nieder-geworfen, die den Weg nach St. Marcel begleitet, und das Verfolgungsfeuerwieder ausgenommen. Dadurch kamen die beiden Batterien der Korps-Artillerie in eine höchst bedenkliche Lage. Zur Aufnahme der zurück-fluthenden Trümmer der Infanterie setzen sie den Kampf mit Todesverachtungfort. Mehr und mehr steigern sich die Verluste bei dem immer näherkommenden Jnfanteriefeuer des Gegners, doch die blutigen Opfer sind nichtvergebens gebracht: die zertrümmerte Infanterie wird vor völliger Vernichtungbewahrt. Als ihre letzten Trupps nahen, geht Oberst Freiherr v. d. Goltzin eiserner Ruhe staffelweise zurück. Die Batterie Richard fährt zuerst ab;mehrere Pferde von gefallenen Offizieren des Regiments Nr. 16 müssenhelfen, die Geschütze zurückzubringen.
Nun steht die Batterie Berendt ganz allein. Wenige hundert Schrittevor ihrer Front zieht sich die Hecke hin, die den Weg nach St. Marcelbegleitet. Dort sind die Schützen des Feindes erschienen, deren Feuer inkurzer Frist in der Bedienung und Bespannung der Batterie so aufräumt,
*) Vergl. Anhang Nr. 36.
**) Mittheilungen des Füsiliers Opderbeck (12./57), der, verwundet nahe der Schluchtniedergestürzt, von den Franzosen in den Grund zurückgetragen worden war.