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II. Der Angriff des Generals v. Schwartzkoppen.
den Maas-Uebergang begonnen haben, denn von der Französischen Nied biszur Maas bei Verdun sind 10 Meilen in der Luftlinie.
In dieser Auffassung schien es dem Armee-Oberkommando geboten, dieMaas-Uebergänge oberhalb Verdun schnell zu erreichen, bevor die in und unter-halb der Festung über den Fluß gegangene Rhein-Armee flußaufwärts detachirte,um den Uebergang der Zweiten Armee zu verzögern und dadurch die Zeit zurVereinigung mit der Armee des Marschalls Mac Mahon zu gewinnen. DieseAnschauung geht aus den Anordnungen der Zweiten Armee klar hervor;zudem schreibt General v. Stichle am 15. August an den General v. Moltke:„Wir beabsichtigen, am 17. August mit den Teten dreier Korps*) an der Maasanzukommen; der diesseitige linke Flügel würde für den weiteren VormarschBar le Duc dringend bedürfen. Der Feind scheint die Straße Metz —Etain—Verdun als Südgrenze seines Rückzugsrayons zu halten."
Das Generalkommando des X. Armeekorps theilte aber die Anschauungendes Oberbefehlshabers, wie aus den mitgctheilten Aeußerungen des Oberst-lieutenants v. Caprivi im Kriegstagebuche und dem Korpsbefehle vom15. August abends hervorgeht; beide Divisionen sollten nach Erreichung desMarschzieles Vorposten aussetzen. Wenn das Generalkommando geglaubthätte, daß ein ernstlicher Zusammenstoß nahe bei Metz im Bereiche des Wahr-scheinlichen läge, würde es weder diese Anordnung getroffen, noch für sichQuartier in St. Hilaire bestellt und seine gesummten Bagagendorthin geschickt haben. Dazu kommt, daß dem General v. Schwartzkoppenerst um IM /2 Uhr vormittags der Marsch auf das Schlachtfeld befohlenwurde, obwohl General v. Voigts-Rhetz persönlich seit 10 Uhr morgens vonden Höhen bei Jonville den Beginn des Kampfes beim III. Armeekorps unddie fortgesetzte Zunahme seines Umfanges vernahm.
Die Ansicht, daß die Französische Armee, im eiligen Abzüge über dieMaas begriffen, diesseits des Flusses nicht mehr zu erreichen sei, wurde auchbei anderen Kommandostellen vertreten;**) so glaubte beispielsweise Generalv. Kraatz, bis Nachrichten vom Schlachtfelde eingingen, „den vernommenenKanonendonner mit einer Beschießung der Festung Metz durch die Erste Armeein Verbindung bringen zu sollen".
Abmarsch von Während die 19. Halbdivision im Abkochen begriffen war, traf umd?s Schlachtfeld. 12 Uhr mittags beim Divisionsstabe in St. Hilaire der vom Generalv. Voigts-Rhetz abgesandte Ordonnanz-Offizier mit dem bereits mitgctheiltenschriftlichen Befehl ein, zur Unterstützung des nordöstlich Chambley im Kampfestehenden III. Armeekorps abzurückeu. Sofort nach Eingang dieses Befehlessandte General v. Schwartzkpppen den Stab und die 4. Eskadron des2. Narde - Dragoner - Regiments zur Aufsuchung der Verbindung mit demGrafen Brandenburg auf der großen Straße nach Metz voraus. Gegen12'/t Uhr wurde Gencralmarsch geschlagen, und um 12^2 Uhr befand sich die
*) XII., Garde-, IV. Armeekorps.
**) Vergl. Anhang Nr. 5.
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