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Der Kampf der 38. Infanterie-Brigade und des linken deutschen Flügels in der Schlacht bei Vionville - Mars la Tour am 16. August 1870
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II. Der Angriff des Generals v. Schwartzkoppen.

wachsenden Aufgaben ausreichende Kavallerie zur Hand zu haben.*) Die38. Infanterie-Brigade begann kurz nach 11 Uhr den Aufmarsch südöstlichSt. Hilaire beiderseits der Straße. Das aus dem Gros der Kolonne vor-gezogene II. Bataillon des Regiments Nr. 57 erhielt in Gemeinschaft mitder bereits auf Vorposten stehenden 5. Eskadron und dem eineinhalb Zügestarken Reste der 3. Eskadron des 2. Garde-Dragvner-Regiments den Auf-trag, in Linie HarvikleMarchciville'zu sichern und die große Straße überEtain aufzuklärcn.

Beim Stabe der 19. Division hatte sich aus dem während des Marschesvon rechts rückwärts vernommenen Kanonendonner die schon halb und halbverlorene Hoffnung wieder belebt, den Feind auf seinem Rückzuge zur Maasdoch noch anzutrcffen. Wenn auch General v. Schwartzkoppen entsprechendder Weisung des Korpsbefehles Vorposten aussctzen ließ, so hatte er dennochschon bei seinem Eintreffen in St. Hilaire die feste Ueberzeugung gewonnen,daß der Nachmittag weitere Anforderungen an die Truppe stellen würde. Erhielt sie daher zusammen und befahl ein sofortiges, möglichst zu beschleunigendesAbkochen. Die Absicht des Divisionskommandeurs, den Marsch fortzusetzcn,war bei den Truppen znm Mindesten theilweise bekannt. Hauptmann Schultze,Kompagniechcf im Regiment Nr. 10, hat darüber im September 1870 nieder-geschrieben:Es sollte schleunigst abgekocht uni/ alsdann unver-

züglich zum Weitermarsch ausgebrochen werden. . . . Nochmals kamder Befehl, das Abkochen möglichst zu beschleunigen; binnen einer Stunde solleAlles zum Weitermarsche bereit sein."

Im Gencralstabswerke sind die Gründe ausführlich dargelcgt worden, dieden General v. Schwartzkoppen bestimmten, nichtaus den Kanonendonnerzu marschiren". Die Angriffe, die in denUntersuchungen über die Taktikder Zukunft" deswegen gegen den General gerichtet werden, beruhen aufeiner Verkennung der Absichten und Anschauungen des Armee-Oberkommandos,des Generalkommandos des X. Armeekorps und des Kommandeurs der19. Division. Sie sind vom General v. Scherfs, dem derzeitigen Gcneral-stabsoffizier dieser Division, in denKriegslehren" gebührend zurückgewiescnworden. Die Auffassung des Armee-Oberkommandos geht am deutlichsteilaus dem am Vormittage des 16. August entworfenen, aber nicht zur Aus-gabe gelangten Befehle für den nächsten Tag hervor, der den Satz ent-hält:Findet, wie zu erwarten, ein größeres Engagement des III.,X. und IX. Armeekorps mit dem Feinde nicht statt, so haben sich

*) Bergt. S. 6. Das Schreiben des Prinzen Friedrich Karl ist in den Kriegsgesch.Einzelschr. Heft 18, S. 538 mitgetheilt. Die überbringende Ordonnanz konnte den vonWohl rechts abgerittenen kommandirenden General nicht finden; da das Schreiben aberwichtige Anordnungen für die 19. Division enthalten konnte, so wurde es von demGeneralstabsoffizier dieser Division geöffnet. Die Angabe in denKritischen Tagen"Band II, S. 219, *) Anin., General v. Voigts-Rhetz habe dieses Schreiben bald nachdem Aufbruche von Thiaucourt dem General v. Schwartzkoppen persönlich übergeben, istirrthümlich.