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schrieben, ohne dass es gestattet war, deren Nützlichkeit oder Schäd-lichkeit zu erörtern. Das ist ohne Zweifel das schwerste und demü-thigendste Joch für den Menschen, ich erkenne es wohl, doch kannman nicht leugnen, dass sämmtliche Nationen durch diese religiösemahomedanische, christliche oder heidnische Erziehung aus demZustande der Barbarei herausgetreten und so einer höheren Gesittungentgegengeschritten sind.*)
Wenn es wahr ist, dass die mahomedanische Religion ein Hin-derniss für die Entwicklung derWissenschaften ist, kann man desshalbauch behaupten, dass dieses Hinderniss nicht eines Tages verschwindenwird? Worin unterscheidet sich die mahomedanische Religion indiesem Punkte von andern Religionen? Alle Religionen sind in-tolerant, jede auf ihre Weise. Die christliche Religion, ich willsagen die Gesellschaft, welche ihren Ideen und Lehren folgt unddie sie nach ihrem Bilde gestaltet hat, ist aus der ersten Periodehervorgegangen, welche ich so eben angedeutet habe. Später freiund unabhängig, scheint sie rasch auf der Bahn des Fortschrittsund der Wissenschaften voranzukommen, während die muselmän-nische Gesellschaft sich noch nicht von der Vormundschaft derReligion befreit hat. Wenn ich nun aber bedenke, dass die christ-liche Religion um mehrere Jahrhunderte früher in der Welt aufge-treten ist als die mahomedanische, dann kann ich mich der Hoffnungnicht entschlagen, dass auch die mahomedanische Gesellschaft einesTages dazu gelangen wird, ihre Fesseln zu brechen und entschlossenauf der Bahn der Civilisation fortzuschreiten nach dem Beispiel ,1erabendländischen Gesellschaft, für welche der christliche Glaube trotzseiner strengen Gesetze und seiner Intoleranz kein unüberwindlichesHinderniss gewesen ist. Nein, ich kann nicht gestatten, dass dieseHoffnung dem Islam geraubt werde. Ich vertheidige hier vor Herrn
*) Ob der gelehrte Afghane wohl Lessing's „Erziehung desMenschengeschlechts“ kannte, als er obige Zeilen niederschrieb? Es istnicht wahrscheinlich Um so interessanter ist die Uebereinstimmung seines■Gedankenganges mit demjenigen des grossen Deutschen. Anmerk, desUebersetzers.