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Der Islam und die Wissenschaft : Vortrag, gehaltzen in der Sorbonne am 29. März 1883
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haben wir nur zwei Beispiele einer solchen Herrschaftkennen gelernt: einerseits die muselmännischen Staaten,andrerseits den ehemaligen Kirchenstaat, als der Papstnoch eine weltliche Macht ausübte. Und man musssagen, dass das weltliche Papstthum sich nur über eingar kleines Ländchen erstreckte, während der Islam aufweite Gebiete unseres Globus drückt und daselbst diedem Fortschritt feindseligste Idee erhält, diejenige desauf eine vermeintliche Offenbarung gegründeten Staates,die Idee des die Gesellschaft beherrschenden Dogmas.

Die Freisinnigen, welche den Islam vertheidigen,kennen ihn nicht. Der Islam ist das nicht mehr wahr-nehmbare Band zwischen Geistigem und Weltlichem;er ist die Herrschaft eines Dogmas, die schwerste Kette,welche die Menschheit jemals getragen. In der erstenHälfte des Mittelalters, ich wiederhole es, hat der Islamdie Philosophie noch geduldet, weil er nicht anderskonnte; er konnte nicht anders, weil er ohne Zusammen-hang, weil er nicht ausgerüstet war mit Schreckens-werkzeugen. Die Polizei befand sich in den Händender Christen und war wesentlich mit Verfolgung derunbotmässigen Aliden beschäftigt. Eine Menge Dingeschlüpften zwischen die Maschen dieses ziemlich lockernNetzes hindurch. Doch als der Islam über glaubenseifrigeMassen verfügte, erstickte er Alles. Religiöse Schreckens-herrschaft und die Heuchelei waren an der Tagesord-nung. Der Islam war liberal, als er schwach war; erwar gewaltsam, als er stark war. Rechnen wir ihmalso das nicht zur Ehre an, was er nicht hat hindernkönnen. Den Islam wegen der Philosophie und Wissen-