Fünfzigster Brief.
247
auf der Erde fort, und weil nach 6 StundenderPunct, welcher sich anfangs in O befand,nach H gekommen ist, wo eine ungewöhnlichetiefe Ebbe Statt findet, so wechselt beim Neu-monde und eben so beim Vollmonde eine vor-züglich hohe Fluth mit einer vorzüglich tiefenEbbe ab.
Wahrend die Erde sich einmal um ihre Axedreht, ist der Mond auf seiner Bahn etwasgegen hin fortgcrückt, und die Fluth, welcheder Mond bewirkt, liegt etwas östlich von derdurch die Sonne bewirkten; diese beiden Fluth-wellen vermischen sich mit einander, und derPunct, wo die höchste Fluth ist, liegt daherzwischen den Puncten, wo die Sonne und woder Mond im Zenith erscheinen, aber dem letz-ter» naher, weil die vom Monde bewirkte Fluthdie stärkere ist. Die Fluth tritt also am zwei-ten Tage an dem Orte, wo wir annehmen,baß ein Beobachter der Fluth sich befindet, nichtein, wenn die Sonne im Zenith ist, sondernetwas spater, und erst gegen die Zeit, da derMond ins Zenith kömmt. Von Tag zu Tageverspätet die Fluth sich mehr, und weil diebeiden verschiedenen Fluthweklen immer weiter