Sieben und vierzigsterBrief. 209
obgleich im Gegentheil zur Zeit der Viertel dieKraft der Sonne einen entgegengesetzten Ein*fluß hat, so wird doch dadurch jene Wir-kung nicht ganz aufgehoben, sondern der Mondwird durch die vereinigte Wirkung beider Welt-körper etwas entfernter von uns gehalten, undvollendet seinen Umlauf etwas langsamer, alses geschehen würde, wenn Mond und Erdeallein da wären. Ist aber dieses einmal erwie-sen, so erhellet von selbst, daß diese Einwir-kung der Sonne am größten sein muß, wennsie uns am nächsten ist, und daß so eine Un-gleichheit im Laufe des Mondes entsteht, dievon der Figur der Erdbahn abhäugt und ver-möge welcher der Mond sich etwas langsamerum uns bewegt, wenn wir der Sonne amnächsten sind, und etwas schneller, wenn wiram weitesten von ihr entfernt sind. Und die-ses wirft nun zugleich einiges Licht auf die sehrmerkwürdige Beobachtung, daß seit mehrerenJahrhunderten oder Jahrtausenden der Mondsich im Ganzen der Erde um etwas Wenigesgenähert hat, und jetzt seinen Umlauf um dieErde in etwas kürzerer Zeit vollendet, als vortausend oder zweitausend Jahren. Daß dieses
Astronom. II. 14