Druckschrift 
1 (1811)
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

lv4 Vierzehnter Brief.

Mondes nicht davon herrühren können, daß derMond selbst seine Gestalt ändere, brauche ichIhnen wohl nicht zu beweisen; aber wenn Sieauch Zweifel hierüber hegten, so würde dochein recht aufmerksamer Blick auf den Mond,wenn er sich kurz nach dem Neumonde, als einganz schmaler Streif am Himmel zeigt, Siebald überzeugen, daß er auch dann rund ist,aber zum Theil dunkel. Betrachten Sie nämlichdann den Mond, nachdem es schon ziemlichdunkel geworden ist, so sehen Sie die ganzerunde Scheibe des Mondes, aber den größer»Theil nur ganz matt erleuchtet, nur wenig un-terschieden von dem dunkeln Himmel, und bloßder gegen die Sonne gekehrte Rand ist glänzend.Nehmen Sie zu dieser Beobachtung noch die,daß cs allemal die gegen die Sonne gekehrteSeite des Mondes ist, die uns glanzend er-scheint, nämlich vor dem Vollmonde die west-liche, nach dem Vollmonde die östliche Seite:so werden Sie den Schluß natürlich, ja fastnothwendig finden, daß der Mond eine dunkle,bloß von der Sonne erhellte Kugel sei, welchenur dann uns als leuchtend erscheint, wennwir die von der Sonne erhellte Seite sehen.