Zehnter Brief. 63
einen Gelehrten, daß man immer, wenn mannur die Feder ansetzt, denkt, ein Rccensentgucke einem über die Schulter, und jeden Buch-staben so überlegt, als wenn er gedruckt werdenund in die weite Welt gehen sollte. Und woauch diese Necenscnten - Scheu wegfallt, dadenkt man doch, cs könnte etwa unser satyri-scher Freund ** diese Briefe zu sehen bekommen,und wie würde man dann dies und jenes ent-schuldigen ?-— Aber diese Ausschweifun-
gen würde ich gleichwohl kühn in Schutz neh-men, und nicht etwa bloß Ihren Willen vor-schützen, sondern auch sagen, daß schon Hora;angcrathen habe, das Nützliche mit dem Ange-nehmen zu mischen, also zwischen schwerem Leh-ren , bei denen man ermüden möchte, mehr un-terhaltende einzustreuen, und daß cs wirklichnützlich ist, wenn man eine Lehre gefaßt hat,sich dann an einer andern Unterhaltung zu zer-streuen, um, wenn cs nöthig ist, nachher miterneuerter Kraft noch einmal, zu ihr zurück zukehren. — Doch zur Sache!
Da es bei der Bestimmung der scheinbarenLage eines Sternes vorzüglich darauf ankommt,die Richtung nach dem Zentth genau zu kennen;