Druckschrift 
1 (1811)
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6

Erster Brief.

öde Meer nicht gewähren kann. Das leise Da-hinwanveln, das Sinken und Untergchen derSterne und ihre tägliche, sichre Wiederkehr, dieuns nach jeder Nacht die Rückkehr eines neuenTages verbürgt, würde uns angenehm rühren,und selbst der bloße Anblick dieser für die Ewig-keit angezündeten Lichter würde uns erfreuen,wenn wir auch diese glänzenden Fünkchen fürnichts weiter hielten. Wie viel mehr muß unsdenn nicht dieser Anblick zu Betrachtungen undzu erhabenen Gedanken veranlassen, wenn wiruns erinnern, daß nicht schimmernde Funken,sondern zahllose Welten vor nnserm Blicke daliegen, und daß es eine Unendlichkeit ist, diesich vor uns aufthut? Tausende von Sonnen,jede vielleicht so groß und größer als die, welcheunsre Tage erleuchtet, jede vielleicht viel tau-sendmal größer als die Erde, bieten sich schondem ersten flüchtigen Blicke dar, und andreTausende, ja Millionen entdeckt das tiefer for-schende Auge. Unser Gedanke sucht in den Welt-raum hinaufzudringen, sich zu erheben durchdie Ungeheuern "Räume, welche die Wcltkörpervon einander trennen, und sich der Grenze zunähern; aber je weiter er fortgeht, desto uncnd-