Druckschrift 
2 (1858)
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

240

Kloster Ncuwerk.

Bcsitzthume vor dem Ruzen- (jetzt Rosen-) thore eine Capelle, derenHochaltar am 1. Januar und deren an der Südseite belegencr Altaram 12. October von Bischof Adelog geweihct wurde. Die Capellestatteten die Stifter mit ansehnlichen Grundstücken und Zinsen aus.Die Errichtung und Ausstattung der Kirche, welche dieselbe Befreiung,wie die übrigen Cvllegiat-Kirchcn, von der Gewalt der ordentlichenBehörden, so wie das Recht, Begrabniß zu gestatten, von dem Bischöfeerhielt, bestätigte derselbe am 16. October 1186. Am 28. August1188 sicherte Kaiser Friedrich I. der Stiftung, welche nun als einJnngfrauenkloster bezeichnet wird, seinen Schutz zu. H Am 20. October1199 erfolgte auch die höchste kirchliche Bestätigung durch Pabst Jnno-ccnz III., welche ergibt, daß das Kloster in seinen Erwerbungen seitdem Jahre 1188 ziemlich vorgeschritten war. 2) Die erste Aebtissin hießAntonia, das Kloster Marienkloster, die Kirche vomMariengarten; im zweiten Jahrzehent des dreizehnten Jahrhundertsheißt das Kloster Neu werk. Die erste Aebtissin mit zwölf geistlichenSchwestern wurde im Jahre 1186 von Ichtershausen in Thüringendurch den dortigen Probst Wolfram nach Goslar geführt. 2) DieOrdensregel, welche dort beobachtet wurde, war die Regel des h. Bene-dict, und zwar so, wie sie im Kloster Citeaux näher bestimmt war.Das ausgezeichnete Geschick der nach diesen Vorschriften lebendenCistercienscr für die Landwirthschaft, so wie für die Verwaltung undVermehrung des Vermögens bewährt auch dieses Kloster. Zu seinemVogte, dessen Wahl dem Kloster nach dem kaiserlichen Schutzbriefe freistand, soll dasselbe schon im zwölften Jahrhundert den Rath zu Goslargewählt und König Philipp im Jahre 1199 dem Rathc die Vogteibestätigt haben. Sehr bald finden wir den Rath in deren Besitze. —Die Gränze des ursprünglichen Besitzthumes des Klosters bei Goslar,wo also auch das Römerdorf gelegen haben muß, beschreibt ein Orts-kundiger nach den jetzigen Besitzungen des Klosters und mit Rücksichtauf die Häuser, woraus dieses Pfahlzins zieht, also: Hinter der Stadt-mauer, die damals auf der Schillerstraße stand, zum Rosenthore hin-aus, um die Ecke, wo der Heiligenstock steht, nach Westen bis nahe

>) Vaterl. Arch. I. 316, 311. In den Mitthcilungen 1.165 habe ich nach de»zahlreichen Urkunden des Stiftes, welche sich jetzt zum Theil im Archive zu Hannover,zum Theil im Besitze des vr. Kratz befinden, eine ausführliche Geschichte des Klo-sters gegeben, weßhalb ich hier nur das Erheblichste erwähne. Einige Nachträgelieferte ein im Archive zu Wolfenbüttcl befindliches Ooxioimlv des Klosters.

2) Vaterl. Arch. I. 320.

3) Hesse, Beitr. zur Gesch. des Mittelalt. I. Anh. 49.