2ssy Geschichte der preußischen Monarchie.
gewesen war, und daß dem skandinavischen Norden seineStimme bei der Entscheidung rein tcutscher Angelegenheitengebühre*). — Was dem brandenburgischen Staateseit Friedrichs i Lagen, der sein Panier von Franken in dieSpree - Havel - Clb> und Oberländer verpflanzte, gefehlthatte, ein großer Mann mit Hellem Bliche in die innernVerhältnisse seines Volkes und Staates und mit sichern! Tactein der zeitgemäßen Leitung der äußern Politik; das warddem, seit der Einführung derKirchenvcrbesserung zurgeistigen Mündigkeit und zur religiösen Freiheit wicdergcboh»nen, brandcnburgischen Volksstamme in Friedrich Wil-helm. Die tiefen Keime des politischen Lebens, welche in derreligiösen und kirchlichen Freiheit lagen, und welche bereits seiteinem Jahrhunderte in Sachsen, Hessen, Niederland, Eng-land und Schweden zur höhern Blüthe und Frucht sichentfaltet hatten, entwickelten sich nun, seit Friedrich-Wilhelms unvergeßlichen Tagen, auch in seinem Erblande,so wie in den erworbenen Besitzungen an der Weser und amRheine, und an der Weichsel und Memel. Die Bevölkerunggewann ebenso durch die hergestellten friedlichen Geschäfte desAckerbaues, des Gewerbsflcißes, des Handels, der Künsteund der wissenschaftlichen Thätigkeit, wie durch die, wegendes Glaubenszwangcs in sein Land verpflanzten, Kolonisten;selbst Niederlassungen in andern Erdtheilen entgingen seinemrichtigen Blicke nicht; denn er fühlte, daß seine Küstenländerzum Antheile am europäischen Welthandel berechtigt wären.Das mit ihm begonnene neue System der brandenburgisch-preußischen Politik ward, im Ganzen, seit seiner Zeit vonseinen Nachfolgern cheibehaltcn, und dadurch Preußen zu einerMacht vom ersten Range im europäischen Staaten-systeme erhoben. Die Art und Weise aber, wie dieses Sy-stem seit 1688 geltend gemacht ward, hing ab theils von derverschiedenen Individualität der preußischen Regenten undihrer Minister; theils von dem Drange der Weltbegcbenhei-
*) Hasse, Gestaltung Europens, LH. r, S. i6i f.