2 Geschichte der preußischen Monarchie.
Mögen also auch die ältesten bekannten Bewohner' derSpree-und Havellander, dieSemnonen, ein Zweig des ger-manischen Volksstammes der Svevcn, dem Zuge der Völ-kerwanderung am Ende des fünften und am Anfänge deSsechsten christlichen Jahrhunderts gefolgt, und ihre erledigtenWvhnplätze von slavischen Völkerschaften besetzt wordenseyn; mag es immer, seit Karls des Großen Zeiten, einenKampf von mehr als dreihundert Jahren gekostet haben,bevor Chrisicnthum, tcutsche Sitte, tcutsche Verfassung undteutsche Sprache in den Ländern zwischen der Elbe und derOder bleibend gedeihen konnten; mögen selbst die Helden deStcutschen Nordens im zwölften Jahrhunderte, der GuclpheHeinrich der Löwe und der Warner Albrecht der Bär, —>ohnedies persönliche Feinde, — nur als vorübergehende Er.schcinungen glanzen, obgleich die Folgen ihres Daseyns undihres Wirkens in den Landern zwischen der Nordsee, derElbe und der Ostsee im Laufe der Jahrhunderte unverkennbarsich erhalten haben; mögen endlich die in derMark Bran.denburg schnell einander folgenden Erbdynastieen der Aska.nicr, Wittelsbachcr und Luxemburger nur einzelne, minderwichtige Seiten in dem großen Systeme der Welt- und derteutschcn Volks- und Staatengeschichte füllen; so beganndoch mit der Versetzung der Burggrafen von Nürnberg ausdem südteutschen Hause Hohenzollern in die MarkBrandenburg (141z) ein neuer wichtiger Abschnitt in derpolitischen Geschichte dieses Landes. Denn, obgleich schonFriedrich von Zollern, der erste Churfürst von Dran,denburg aus dieser Dynastie, theils in seinem ncuerworbe-nen Staate, theils als Reichsfürst im tcutschen Staaten-systeme bestimmt wußte, was er wollte, und die ihm fol-genden Regenten seines Hauses mit den allmahlig zu einempolitischen Ganzen vereinigten Marken bereits andere anschn.liehe Lander und Erwerbungen verbanden; so ward doch zu.nächst der große Churfürst, in der Mitte des stcben-zehnten Jahrhunderts, durch die freiere Entwickelung deSVolkslebens im Innern seiner Staaten und durch die von ihmgegen bas Ausland angenommene politische Stellung, der