Bey den alten Griechen hatte das WortParabel blos die Vedculeing eines crdichrtcken Dcyspicls oder Gleichnisses, das denZweck hat, eine praktische allgemeine Lehreanschaulich zu machen. Die Parabel un-terscheidet sich also in dieser Bedeutungvorzüglich dadurch von den AesopischcnApologcn, daß aus diesen eine allgemeineWahrheit oder praktische Lehre hervor-geht, und durch dieselben nach ihrer in-nern Nothwendigkeit anschaulich gemachtwird, — wenn die Parabel hinge-gen der Wahrheit nur zur Seite geht,und sie durch Zusammenstellung mit einemerdichteten ähnlichen Fall anschaulich zumachen sucht. Line andere Art von Pa-rabel und eine umfassendere Ansicht dieserDichtung, konnte das griechische Alterkhumnicht wohl haben, weil das Ziel seinerBildung nicht weiter reichte, als bis zurinnigen Verschmelzung des Geistes undder Sinnlichkeit. Die Poesie der Grie-chen war — nach dem Schillerschcn Aus-druck— naiv, und nicht sentimental.
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