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Rheinische Goethe-Ausstellung : in der Aula der königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf Juli bis October 1899
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seiner Prävalenz seinen Grund: die Erscheinung des gewisseinzigen Mannes, die thunlichst gerecht und richtig zu bewerthenganz besonderer Anreiz gegeben war, bildete auch die Veran-lassung, diese Gruppe auszubauen, wie geschehen ist, so dasssich die geistige Individualität jedes Forschers vor den Augendes Ausstellungsbesuchers gleichsam entwickelt; um hiefür einBeispiel anzuführen, dürfte Düntzers Faustcommentar inseiner Eigenart erst ganz verständlich sein durch dessen Horaz-commentar.

Solcherweise im Einzelnen innerhalb einer Disciplin ent-wicklungsgeschichtlich Vorgehen, heisst aber einerseits die Ma-terialien zur Geschichte dieser Disciplin Zusammentragen undandererseits die Erkenntniss fördern für das, was die Forschunggeleistet hat, was darin für den Augenblick geboren, was für dieNachwelt unverlierbar sei.

Nichts eignet dieser Gruppe weniger, als Personencult undBeweihräucherungsgelüste auf Gegenseitigkeit, und selbst, woman das Festhalten an den drei Kölner Heinrichen, Düntzer,Kruse, Lempertz, zu bespötteln geneigt war, wird man beinäherem Zusehen einsehen, dass ein tiefer Sinn in vielleichtscheinbarkindischem Spiele steckt.

Nicht durfte neben Düntzer auf unserer historisch-wissen-schaftlichen Ausstellung das ganze geistige Bild des Mannesfehlen, der so viel und gerade so von und über Goethe ge-sammelt und damit so viel und gerade so für ihn gewirkt hat,wie Heinrich Lempertz, und nicht das Bild des verehrungs- undliebenswerthen Heinrich Kruse, der als Schüler Näkes in Bonnuns dasSesenheimer Liederbuch, die Handschriften-Rolle dergoethisclien Friederikenlieder in Niederbronn aufgefunden undsich neben Düntzer bis zum heutigen Tage um dieses populärste-Forschungsgebiet höchste Verdienste erworben hat!

Und wenn nun Bilder und Bücher von Günstigeren undGegnern friedlich daneben liegen, so zeugt das doch gewiss fürjeden zur Freude, für viele zu besonderem Nutz und Frommenvon der vielseitigen Regsamkeit der Rheinlande im ZeichenGoethes, und die gediegenen Schulausgaben goethischer Dich-tungen von rheinischen Schulmännern gewähren frohes Vertrauenin die Zukunft.

Schimmelbusch - Hochdahl.

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