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Rheinische Goethe-Ausstellung : in der Aula der königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf Juli bis October 1899
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dem Dichterfürsten geht, mehr bei zu dessen Gedächtniss imVolk, als fast wäre man versucht, zu sagen: als jenerselbst denn wer hatFreudvoll und leidvoll zum Volksgutgemacht Goethe oder Beethoven?

Und siehe, da spielt des Altmeisters Finger in des KnabenFelix Mendelssohn lockigem Haar und fährt ihm liebkosend überScheitel und Stirn, Grosses vorausschauend, dessen das Rhein-land nächststehende Zeugin ward; da tritt unser FerdinandHiller in Goethes Kreis und wird mitholden Tönen vonihm verabschiedet; beide aber geben später in ihren Schöpfungenden Manen Goethes zurück, was sie aus dessen Dichtungenempfangen. So gehören denn die Genannten, ob sie auch brief-lich oder persönlich noch mit Goethe selbst Berühungengehabt haben, hierher in den Gedächtnisskreis.

Wenden wir nun heute den Blick zurück auf dieGrössesten und Grossen, auf Beethoven, Mendelssohn, Schu-mann, der ja auch auf rheinischem Boden blühte und hinsank,in Rheinlands Erde schlummert auf Hiller, den strahlendenMittelpunkt der rheinischen Goethefeier vom Jahre 1849, soumdrängt uns auch die Schaar derjenigen, die uns Zeitgenossensind und Weggenossen, da sie mit uns festhalten am GedächtnissGoethes, darüber hinaus aber es verherrlichen in ihrer herr-lichen Kunst, bald seine Dichtungen illustrierend und inter-pretierend, bald ihm dankend, ihn grüssend als den Einzigen!

Und siehe, zu enge wird der Raum: nur Geist und Herzvermögen in wundersamer Weise sie alle zu umfassen und sichin reinstem Hochgefühl zu erfreuen an Goethes nie erlöschendemGedächtniss in der Tonkunst der Rheinlande.

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Dass mit den Tondichtern die Dichter unserer Heimathnicht gleichen Schritt gehalten, nimmt nicht Wunder, wennman des Wortes gedenkt:

Süsse Liebe denkt in Tönen,

Denn Gedanken stehn zu fern.

Indessen würde wohl noch manches Gedicht, manche Sentenzbekunden, wie auch sie, im Innersten ergriffen, Stellung nehmenzu dem grössten Genius des Jahrhunderts, wenn sich nicht auf-fallenderweise gerade für diese Gruppe das Interesse unsererZeitgenossen und Landsleute sehr gering gezeigt hätte.

Und doch lässt schon das eine, zur Ausstellung gebrachteZeugniss Emil Rittershaus ahnen, wie Goethe auch hiersowirksam, als er lebte!

Schimmelbmch - Hochdahl.