728 Prediger Salomo's.
lei Personen in dem Buch ab, ein Betrachter,Beobachter, Forscher, der mit finstern BllkenLeben und Schiksale der Menschen umfaßt, undin jugendlicher Hitze die Folgerungen aus sei.nen Bemerkungen überspannt, lind dem Gutendieser Erde selten Gerechtigkeit wiederfahrcnläßt. Ihm zur Seite steht ein alter erfahrenerWeiser, der das Feuer des raschen Jünglingsmäßiget, ihn auf den Pfad der Wahrheit, überden er in der Hitze weggeschojsen war, zurük.führt, und zeigt, wie auch das Böse seine guteSeite habe. Jener endigt immer mit der Kla-ge, daß alles eitel sei ; und dieser mit den Fol«gerungen, die ein Weiser aus dem Lauf derWelt ziehen wird. Wie läßt sich so eine An-lage des Buchs mit einer blosen Fragmenten-sammlung vereinigen?
Also ist im Grund das Ganze das Werkeines Einzigen, frei aufgesetzt, und aus einemHerzen geflossen, das sich lange mit eigenen undfremden Erfahrungen genährt hatte. Ordcnt-lich bedient sich der Verfasser seiner eigene»Worte und Einkleidungen; nur verschmäht ecfremde Worte und Einkleidungen nicht, wennsie sich ihm freiwillig darbieten; besonders, wiee§ scheint, nicht die Erfahrungssätze, die schondie Vorwelk in Weisheitssprüche gekleidet hatte.Dies sind P.rlen des Alterthums, womit er seinWerk schmüken wollte.
§. 66o»