Druckschrift 
3 (1783)
Seite
719
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Prediger Galonro's. 7i ^

Endlich ist der AuSdruk in ieder Zeile spie«kend und jugendlich, und weit von aller Kraftund männlichen Starke entfernt. Und wiekonnte zur Zeit Salomo '6 gin Schriftsteller vondiesem Charakter aufstehen, wo der Muster nochso wenige, und die natürlichen Schönheiten unddie natürliche Starke der Sprache noch so we-nig erschöpft waren, daß man nicht nöchig hatte,zu erkünstelten feine Zuflucht zu nehmen? Lese,wer hierzu ein unverdorbenes Gefühl hat, diealtern Propheten, die doch erst nach Salomogelebt und gedichtet haben, und dann hinterhernnr Ein, nur das erste Kapitel des Predigers,und er wird keine andern Beweist verlangen! —-Dabei ist der Verfasser des Predigers in einegefundene Floskel so verliebt, daß er zu ihr un-aufhörlich zurükkehrt. So ermüdet er nicht,sein liebes Nil WV, Nil n^l,

sill-, "NlQVN u. s. w. immer bis zurErmüdung seiner Leser zu wiederhohlen.

2. Auch die Einkleidung ist hie und danicht salomonisch, oder so gefaßt, wie sie ausSalomo'S Mund kommen konnte. Zu Salo-»w'ö Zeit, wo nur Ein König über ganz Pa-lästina zu Jerusalem herrschte, konnte sich Sa-lon,0 bei der Beschreibung seiner Person un-möglich Röntg von Israel zu Jerusa-lem nennen, wie doch gleich im Anfang desBuchs (Kap. 1 .12) geschieht. Beschreibt sichdenn der Alleinherrscher eines Volks, nachdem

er