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3 (1783)
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698 Rlagelieder Jeremias.

Wer dis Scenen so läßt, wie sie der Dich»ter in diesen Liedern gezeichnet hat, und nichterst durch neu eingeschobene Züge verändert:der kan darinn unmöglich das Bild der leztenTage Jerusalems verkennen.

Kaum war Jerusalem einige Monathe vonden Chaldäern eingeschlossen und seiner Zufuhrberaubt: so entsteht der bitterste Hunger in derStadt (2 Könige XXV. z. Ierem. l_.II. 6).Und nach unsern Liedern — liegen die Straßenvon Leichen der Verschmachteten voll; der Säug-ling seufzt mit sterbenden Lippen um Brod, undhaucht dann den lezten Odem in den Schoosseiner Mutter aus (II. n. 12); und Mütterschlachten ihre Kinder, um nur sich des Hun-ge!°s zu erwehren (II. 20. Siehe noch 1. n.19. 20. 11 . 19. IV. z. 4. z).

Die Mauer weicht endlich der Gewalt derMauerbrecher, und die Feinde dringen in dieStadt mit Sturm (Ierem. 1 . 11 . 7. 2 KönigeXXV. 4): konnte es hier ohne Blutvergiesenabgehen? Nach unsern Liedern sinken auchJüngling und Greis, Mutter und Tochter ne-ben einander durchs Schwerd (11. 4. 21. 22).

In dem Tempel, als dem festesten Ort derStadt, mag ein Theil des erschrokenen Volksbeim Eindringen des Feindes Zuflucht gesuchthaben. Hier (im der Juden 2 Chron.XXXVI. 17) würgten die Chaldäer, wie dieChronik sagt, Jünglinge und Jungfrauen, Ael-

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