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3 (1783)
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Hohes Lied.

Fragmente, Lieder ertragen, ohne daß sie sienicht auch zu einem Ganzen dichte? So istsallen Dichtern kleiner Stäke, insonderheit denDichtern der Liebe gegangen: man reihete ihreeinzelne Stäke auf, ordnete, deutete, fiikte siein Romane, Hypothesen, bis ein erträumtesGanze da war. So giengs Anacreon und Ea-tull, Z) Horaz und Pctrarka; sollte es Davidund Salomo besser gehen? Es ist doch soschön, wenn alles ein Eins ist, man kan dochWiz beweisen, eine schöne moralische Absichthinaus- oder hineinbekteln, die einem solchenBuch nicht unanständig wäre: warum nicht?

§. 649.

Rünftiiche Anlage Derselben.

Schon Theodor von Mopsveste ward aufeinem Concilum verdammt, weil er einen Wort-verstand dieses Buchs annahm; unter Judenund Christen ward dieser bald verdrungen, undstatt dessen Allegorie und Mystik gefädelt. !i)

Man

§) I.es /tmonrs äs (lstullo; Hiemoires lle ketrsr-gus erc.

d) Ziemlich vollständig findet man die Hypothesenund Grillen der Ausleger, die vom Wortverstandabwichen, angegeben und beurtheilt in (Lien,ker s) Sammlung der Gedichte Salomo's, sonstdas hohe Lied oder das Lied der Lieder genannt(Hamm 1780) S. 41 ff- auf den ich der Kürzewegen verweise.

Hl. Theil. Xx