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Hohes Lied.
Auch sind solche Poesien der Liebe, von so vielLieblichkeit und Süßigkeit, und die Liebe so ge-nossen und so gefühlt, keinen Zeiten angemesse-ner, als den Salomonischen. Das mühseligeWanderleben der Patriarchen konnte keine Selebilden, so weich und zart und üppig, wie diewar, die diese Lieder sang. Die Zeiten MoslSwaren strenge und theurgisch, und zu den Em-pfindungen der Liebe, wie sie sich in diesen Lie-dern zeigen, ungeschikt. Zur Zeit der Heldenwar alles kriegerisch und ländlich, und kein Liedder Liebe, so zart und weich gesungen, wie indiesem Buch, konnte da gedeihen. So lange'David herrschte, und seine Hände mit Blutfärbte, sproßte sein ewiger Lorbeer, aber nichtdie sanfte Myrthe der Liebe. Hinter ihm kamFriede, Ruhe, Uebcrfluß und Ueppigkeit, undihre Gefährtin, die salomonische Liebe, b)
Aber daraus folgt doch noch nicht, daßman die Liebe nur einmal unter den Hebräer,nur unter Salomo, süß und zart und sanft be-sungen habe. Konnten nicht die später» Sän-ger der Liebe die sanften Töne der Laute Salo-mo'ö auch aus den ihrigen hervorzuloken suchen?Wie David dem lyrischen und religiösen Ge-Uu z sang
de nvbnb iwu gesagt haben, sondern nvbw',allein; und was Salomonisch heißen soll, drükendiese Lieder durch aus, Hohes!« III. 7.
b) -Herder'« Lieder der Liebe S. 104 ff.