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3 (1783)
Seite
141
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Jeremias. 141

§. 5Z6.

Lharacrer seiner Orakel.

In der Lage, in welcher die Geschichte un-fern Jeremias gezeigt hat, stellen ihn auch seineOrakel dar.

i. Er lebte zu einer Zeit, wo die Ahndun-gen so vieler seiner Vorgänger der Erfüllungnahe waren, und die Grundpfeiler des Starszusammenkrachten, um inKurzem einzustürzen.Das Elend lag schon schwer auf ihm, und seineAhndungen waren nahe: er konnte also nichtfürchterlich mahlen; er empfand schon selbst,und konnte nur seufzen, klagen, weinen. Undwer hat schönere Empfindungen der Wehmuthgelesen, als die zwischen seinen Ermahnungenund Warnungen stießen — wieIerem.IX. 17.XIV. 17. XV. io-r8. Der Klagende kannie Worte genug finden, seinem Herzen Luft zumachen; und an diese Sprache der Wehmuthgewöhnt, fließt ihm auch da ein langerStrohmvon Worten zu, wo er nicht zu klagen, son-dern nur zu beschreiben hatte. (Z. E. Ierem.VIII. 2. XIX. 5. XXI. 7. XXVII. 9. XXIX.18. und an unzähligen andern Stellen). Ueber-haupt erheitert ihn selten ein Strahl der Freu-de; die Schatten der Schwermuth schwebenimmer dicht um ihn, wie zu den Zeiten allge-meiner Noch.

2. Er