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Die gegenwärtige Lage der Cretinen, Blödsinnigen und Idioten in den christlichen Ländern : ein Noth- und Hülferuf für die Verlassensten unter den Elenden an die deutsche Nation
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erstem gibt Esquirol*) folgende Beschreibung: „Die Cre-tincn sind klein, ihre Haut ist blaß, braun und blau, schlaff,runzlicht. Ihre Muskeln sind weich, abgespannt, kraftlos, ihreGliedmaßen dick, ihr Bauch sehr aufgetricben. Der Kopf istoft dick, bald nach hinten zu abgeplattet, bald nach dem Scheitelzu eingedrückt. Die Haare sind dünn, die Angen hcrumirrcnd,tiefliegend und triefend, die Augenlieder roth und voll Thränen,der Blick schielend und dumm, die Nase platt, die Lippen dick,die Zunge hangt heraus, der halb geöffnete Mund ist vollerSchleim, welcher auf die Kleider fließt, die untere Kinnladeverlängert, das Gesicht aufgedunsen, der Gang langsam undunsicher. Sic haben wenige und unvollständige Ideen; abersie unterscheiden die gewöhnlichsten Dinge im Leben, das Gutevom Bösen; sie können keinem Schluffe folgen, fragen wenig;ihre Sprache ist convulsivisch."

In höherem Grade tritt das beschriebene Leiden bei denHalbcretinen auf, bis endlich im vollendeten Kretinismus, der,um das hier schon zu sagen, auch in unscrm Vaterlandenicht fehlt, der menschliche Leib, der ein Tempel des heiligenGeistes ist, zu jener Schrecken erregenden, widrigen Fleischmasieverunstaltet ist, in welcher der natürliche Mensch kaum nochFleisch von seinem Fleisch erkennen kann, und vor der er fastmehr Grauen empfindet, als vor der häßlichsten, thierischcn Ge-stalt. Die Schilderungen, welche die Aerzte von diesen Elendenmachen, schneiden durch'S Herz. Der Ausdruck des Gesichtsist thierisch, die Kiefern stark hcrvortrctend, die mißgestalteten,faulenden, mit Weinstein bedeckten Zähne nach außen schief-stehend, nicht dicht neben einander, sondern abstehend, wie beiAffen, die Lippen dick aufgeworfen, die Zunge groß und dick,meist aus dem Munde hcrvorhängend, dem ein ekelhafter, oftkaum zu ertragender Athem entströmt. Der Leib dick, wie beimOrangutang, Arme und Beine dünn, schwankend, wie bei ebendiesem Affen, oder gar nicht des Gehens fähig, die Stimmeunartiknlirt, dann dem Grinsen eines Affen, dann dem Brüllen

*) Die Gcistcskranheiten in Beziehung zur Medizin und Staatsarznei-kundc, deutsch von Or. Bernhard. Berlin 1838.