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Dritter Theil (1774) Von den Amphibien : nebst zwölf Kupfertafeln
Entstehung
Seite
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Von den Schlangen überhaupt. 127

Es befindet sich nämlich in ihrem obern Kiefer Gjft,hinter der Wurzel zweyer Zähne, iu dem Vcrdcr- Werk,»heile des Mundes ein Blätzchen, in welchem sich ieuge.eine Feuchtigkeit von unrerschiedcuer Schärfe undSchädlichkeit absondcrt. Dieses Blätzchen lasset,wenn es gedruckt wird, seinen Gift in die hohlenZäbne aus, welcher sodann durch eine feine Ocf, -nung, so in die Spitze des ZähnS ausgchet, dringet,und also der Wunde, die von der Schlange gebissenist, mitgecheilet wird. Dieses Gift ist bey ei-nigen Schlangen schwach und thut nicht viel Scha-den; bey andern würket es in den gebissenen Thie-ren oder Menschen eine Entzündung, Krampf, Zu-ckungen, Fieber, auch wohl Fäulniß des Fleisches,den kalten Brand, ja gar den Tod, und zwar mitdem Unterschiede, daß der Biß mancher Schlangendurch Gegengifte, Eßig, Reinigung der WundeUnd dergleichen, kann geheilet werden; von manchenaber in zwölf Stunden, ja von der Lobru cie Lu-belo oder Brillenschlange, in einer Stunde,den Tod unvermeidlich, und ohne Möglichkeit ocrHülfe, nach sich ziehet.

Man hat so gar Beyipiele, daß ein alter ske,lctirrer Kopf noch das Gift in den Zahnen hatte, unddemjenigen, welcher sich unvorsichtig daran verletzte,eine starke Entzündung zuzog. Hingegen aber sindauch Epempcl bekannt, daß die Negern solcheSchlangen gespießt, und ihnen in ihrem heftigstenAr", (da sie vermuthlich allen Gift in besagteBlaßchen gezogen hatten,) den Kopf herunter ge-hauen, und hernach das Fleisch ohne Schaden gees-sen haben.

Was die Größe der Schlangen betrift, so ge-het es damit, wie bey andern Thiercn. EtlicheÄrten bleiben klein, andere werden sehr groß, undda sie sehr lange leben, etliche »Mer ihnen auch im-mer

Größe,