von dem Leben der Thiere. Z5
Sobald wir also einem Thier/ welches es auch Besamvur seyn mag/ sein natürliches Futter nehmen und dereein anderes geben/ es aus seinem Vaterlandein eineandere Himmelsgegend übcrbringen / und eine ande-re Luft gemessen lassen, sobald gehen auch grosseVeränderungen bey demselben vor, unter welchenoft die Natur des stärksten Thicres unterliegen muß.
Um ein Beyspiel zu geben, so verliehren die Thiereder heißen Gegenden ihr Vermögen sich fortzupfian,zen, wenn sie zu uns herüber gebracht werden, undwenn sie sich begatten, so arten sie doch aus. Dieeuropäischen Hunde verliehren an der Küste vonGuinea die Haare, und die Eigenschaft zu bellen,indem sie daselbst nur heulen. Ja wie viele Verän»derungen spühret oft ein Mensch an sich selber, wenner nur in ein ander Land, Lebensart und Klimatkömmt?
Uebrigens sind die festen Theile der Thiere inAbsicht ihrer Bcstandtheile einander so ziemlich gleich,alle bestehen aus einem irdischen Wesen, das durchHülfe einer Leimigkeit oder Gallert an einander ver-Kunden ist. Diese Gallert indessen ist vielleicht nachBeschaffenheit ihrer Dichtigkeit die Ursache von derverschiedenen Festigkeit, und dem besonder» Ge-schmack des Fleisches eines jeden Thieres. Denn daßdas Lamms-und Schöpsenfleisch ganz anders schmecke,und leichter zu verdauen scy, als Rind- odcrSchwei-ncnfleisch, solches weiß ein jeder; allein die feuchtenTheile der Thiere scheinen eine mehrere Ähnlichkeitmit einander zu haben, denn der Unterschied zwischenFrauen-Aiegen-Schaf-Küh- oder Eselsmilch ist sogargroß nicht, und das Blut der Thiere scheint fastvon eincrlcy Act zu seyn; daher man auch einmalauf die besondere und seltsame Erfindung gerathenist, das Blut aus der Pulsader eines jungen gesun-den Thieres in die Adern eines schwächlichen Men-C r schen