2
Die Optik.
und fühlen, was auch andre Theile unsers Köpersunmittelbar berührt. Was wir sehen, berührt nichtunmittelbar unser Auge, so wie eine Blume, die wir'riechen, nicht nothwendig unsre Nase unmittelbarberührt: also könnte es wohl mit dem Sehen auch sozu gehen, daß eine zarte Masse von jeder sichtbarenSache in unser Auge kommen müste, wenn wir siesehen sollen. Mit dem Schall und den Tönen, diewir hören, hat eö jedoch eine andre Bewandniß.Der Schall ist kein Ausstuß aus den Körpern, wo-von wir glauben müssen, daß sie den Schall verursa-chen. Diese setzen nur die Luft in eine zitternde Be-wegung, welche sich bis in unser Ohr fortpflanzt,und auf eine noch nicht völlig bekannte Art auf dieGehörnerven wirkt. Vielleicht ist noch eine andresehr zarte Masse durch den ganzen Weltraum ausge-breitet, die von den sichtbaren Sachen so in Wirk-samkeit gesetzt wird, daß sie unser Auge rühren, undso die Empfindung des Sehens zuwege bringen kann.Dem sey indessen, wie ihm wolle, so kommt uns dochdie Sache so vor, als wenn etwas aus den sichtbarenSachen auöflösse, das unser Auge rührt, und solcher-gestallt die Ursache davon wird, daß wir die Sachensehen. Das, was dieser Vorstellung gemäß unserAuge rühren muß, wenn wir sehen sollen, nennenwir Licht: wir reden von Sonnenlicht, von Ta-geslicht, von Kerzenlicht, und stellen es uns als.eine zarte Masse vor, welche von der Sonne, auchvon der Flamme einer angezündeten Kerze, nach allenSeiten ausstießt.
2. §.
Soviel wir nach unsrer Empfindung davon urthei-len können, giebt es viele Körper, die für sich kein
Licht
l,W
is
k!LÄ
I AM
L-