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Infanterie der Garnison war bis auf zwei Drittel der früherenStärke durch fast 11 Wochen lange Anstrengungen geschmolzenund außerordentlich erschöpft; auch fingen die Lebensmittel all-mlig an auszugehen. Der Gouverneur sah sich daher veran-laßt, ernstlich an eine Kapitulation zu denken, und war nur be-müht, mit Hülfe der ihm noch übrig gebliebenen Vertheidigungs-mitlel möglich günstige Bedingungen zu erlangen. Dem M. Le-sebvre lag nicht weniger an der Abschließung einer Kapitulation,und sandte er daher noch am Abend um 9 Uhr den OberstenLacoste in Begleitung des Generals Drouet, dem Chef des Ge-neralstabes deS 10. Korps, nach Danzig zurück, um den Gouver-neur zu vermögen, sich bestimmt zu erklären, ob er beabsichtige,wenn bis zum 27. kein Entsatz eingetroffen sei, in Unterhandlun-gen zu treten. Der Gouverneur antwortete: „es sei dies aller-dings seine Absicht, aber nur auf die Bedingungen der Kapitu-lation von Mainz, welche die Garnison von Danzig durch ihrebrillante Vertheidigung verdiene, und die er so gut verlangenkönne, als sie ehemals dem Marschall Bouflers vom Prinzen Eu-gen in Lille bewilligt worden seien."
Um Mitternacht kehrte der Oberst Lacoste nochmals in dieFestung zurück und theilte dem Gouverneur mit, der M. Lefebvrekönne eine solche Kapitulation nicht auf eigene Hand eingehen,er werde aber an den Kaiser Napoleon schreiben und sich In-struktionen erbitten. Vorläufig wolle er das Schießen einstellenund überlaste es dem Gouverneur, seiner Seits ein Gleiches zuthun. Dieser ging daraus ein, und so wurden in der Nacht zum22. die Feindseligkeiten vorläufig eingestellt.
Am 22. Mai. Sobald man am Morgen in Neu-Fahr-^asser und Weichselmünde bemerkte, daß das Feuern von demHagelsberge gänzlich eingestellt worden, die feindlichen Soldatenauch außerhalb der Trancheen auf dem Felde umhergingen, schloßman auf einen vom Gouverneur abgeschlossenen Waffenstillstand"nd fragte deshalb bei ihm an. Nachmittags 1 Uhr telegraphirte«»selbe nach Neu-Fahrwasser :
,/Bitte Sr. Majestät eiligst zu melden, daß, da Pulver undepeschen mit dem Schiff verloren und dem Feinde meine Lage