Am 3- Mai- Der Belagerer setzte am Tage seine Arbeitenan der auf Bastion Jerusalem gerichteten einfachen gewandtenSappe langsam und mit Mühe fort. Das Feuer der Belage-rungs-Artillerie konzentrirte sich immer mehr gegen den Hagelsberg,dessen Werke nicht nur bedeutend litten, sondern dessen Besatzungauch fortwährend herben Verlusten ausgesetzt war. Der Gouver-neur meldete dem Könige, daß in dieser Zeit gegen 40 Todteund Verwundete innerhalb 24 Stunden verloren gingen?) Auchdie Zahl der Ueberläufer war bedeutend; sie belief sich in dereinzigen Nacht zum 3. auf 19 Mann von den Regimentern Cour-biere und Kaufberg. Die Zahl der Verwundeten und Krankenwar bereits auf 1600 Mann gestiegen, von denen ebenso viel anihren Wunden als am Nervenfiebcr starben.
Gegen Abend bemerkte man, daß der Feind im DemicercleVorbereitungen traf, um auf der Kapitale des Ravelins Hagelvorzubrechen. Sofort wurden Büchsen und Geschütze gegen die-sen Punkt gerichtet und in der Nacht ein Pclotonfeuer gegen diefeindlichen Arbeitsplätze unterhalten.
Die Abtäufuug des Minenbrunnens wurde fortgesetzt, auchwährend der Nacht an den Werken und dem Material so vielausgebessert, als das feindliche Feuer und die bereits abnehmen-den Kräfte der Truppen gestatteten.
Am 4. Mai. Am Morgen sah man, daß der Belagererdm Durchbruch aus der Kapitale des Ravelins Hagel bewerk-stelligt hatte und mit der doppelten Sappe vorzugehen suchte- Dieeinfach gewandte Sappe gegen Bastion Jerusalem hatte eine Längevon etwa 2" erreicht. Während des Tages wurde der Feind ge-»öthigt, die Fortsetzung der erster» Arbeit ganz einznstcllen; dieder Letzteren gelang ihm nur unter großen Schwierigkeiten. Dadie Kanonen der angegriffenen Bastione nicht mehr tief genuggerichtet werden konnten, um die feindlichen Arbeiten gehörig zu
l) Der Gouverneur erwähnt in seinem Bericht der Unerschrockenheitdes Füsiliers Schulz, der „mit sehr natürlichen Mitteln" den brennendenZünder einer zwischen zwei Lasteten gefallenen Bombe gelöscht hatte.