Druckschrift 
3 : 2, Der Feldzug von 1807. - 1851 (1855)
Entstehung
Seite
438
Einzelbild herunterladen
 

438

zuführen. Ungeachtet des überlegenen feindlichen Feuers wurdefortwährend an der Instandhaltung der Werke gearbeitet, und daeS bald an Faschinen und Schanzkörben fehlte, so wurden stattLetzterer sämmtliche Tragkörbe in der Stadt reguirirt; Echterewurden, in Ermangelung anderen Materials, aus Linden- undKastanienzweigen angefertigt, Heils mit Bindfaden, Heils mit ge-glühtem Drahte gebunden, und der beabsichtigte Zweck vollkommenerreicht. In der folgenden Nacht setzte man drei Traversen hinterund ebenso viel auf der Kurtine der Hagelsberger Front auf, umsich gegen das Eufilirfeuer vom Stvlzeuberge her zu decken. DieSchulterwehreu von Schütz und Jerusalem wurden zu gleichemZweck erhöht, verstärkt, und deren Scharten auSgebessert. Um10 Uhr Abends unternahm der Major Wostrowsky mit 300 M.vom 3. Musketierbat. von Besser und 150 Füsilieren von Rembow,nebst Arbeitern von allen Infanterie- und Kavallerie-Regimen-tern, abermals einen Ausfall, links vom Bataillon von Schme-ling gedeckt. Er gelang besser als am Tage zuvor. Ein Theilder nächsten Trancheen wurde zerstört, und dem Feinde, außer14 Gefangenen, beträchtlicher Verlust beigebracht. Aber auch dieAusfallstruppen verloren 10 Offiziere und 100 Gemeine an Tob-ten und Verwundeten, da die Tranchee-Wachen durch das plötz-liche Schweigen der DefenstonSgeschütze bereits seit 7 Uhr aufeinen Ausfall vorbereitet waren und sich gehörig verstärkt hatten.Der Fähnrich Reitzenstein, vom 1. pommerschen Neservebataillon,starb an seinen Wunden.

Am 27. April. Das Feuer dauerte von beiden Seitenmit Heftigkeit fort; es wurden an diesem Tage 1930 Geschossegegen die Festung geschleudert. Aus dieser wurdeu besonders dieArbeitsplätze in den Trancheen mit Bomben beworfen, doch ließsich der Belagerer nicht vertreiben.

Am Nachmittage wurde eine zweistündige Waffenruhe ein-gegaugen, um die in voriger Nacht Gebliebenen zu beerdigen.

In der folgenden Nacht machten 300 Mann der Besatzungdes Bischoffsberges einen Ausfall gegen die Batterien auf demStolzenberge, richteten aber nichts aus. Ebenso wenig Erfolghatte eine Allarmirung der feindlichen Arbeiter vor Bastion Schütz.