Haltung der Verbindung mit den Russen durch Kavallerie-Abthei-lungen genügen mußte. —
Ist es angemessen, am Schluß dieses Kapitels die Anord-nungen Napoleons in diesem ersten Akt des Feldzuges näher insAuge zu fassen, so findet man jeden Schritt musterhaft und maß-gebend. Es ist nichts dem Zufall überlassen, Alles ist vorbe-dacht. Man ist gewöhnt, in Napoleon den rücksichtslosen Generalzu sehen, der, auf Nebermacht und Glück trotzend, in seinen Maß-nahmen niemals die Reaktion beachtete, und alle gewöhnliche Si-cherheitsmaßregeln aus den Augen setzte. Dem ist wenigstens indiesem Feldzuge nicht so; in ihm verfuhr er systematischer, alsirgend ein General der neueren Zeit. Napoleon hatte wohl vorAugen, welche Hindernisse ihn in einem Lande erwarteten, wiedas, welches er in diesem Feldzuge betrat, und welchen Gegnerer in der russischen Macht zu überwältigen hatte.
Trotz der großen Nebermacht, von der er doch wohl einigeNebersicht gehabt haben wird, ging er nur Schritt vor Schrittvor. Er sicherte seine Verbindungen mit der Elbe und Oderdurch die Aufstellung des M. Mortier in Norddeutschland, durchdie seines Bruders Jerome, der aus Polen nach Schlesien zu-rückgenommen wurde, durch die Anlage neuer Depotplätze undZwischenpunkte; er häufte Magazine in Bromberg, Thorn, Posen,Wyszogrod, Plock und Warschau an, weil er ohne Magazine invielen Bezirken Südpreußens mit der Armee nicht leben zu kön-nen glaubte.
Bevor noch alle Kräfte beisammen waren, ließ Napoleondurch den M. Lannes den Versuch machen, sich mit Thorn einesWeichsel-Ueberganges zu bemächtigen; drei Korps standen bereit,ihn sofort zu unterstützen. Der Versuch mißglückte, und obgleichdie Russen sich keinen sicheren Uebergang zwischen Thorn undWarschau gebildet hatten, so sicherte sich Napoleon dennoch beimnunmehrigen Vorgehen in der Richtung auf Warschau gegen jedenOffensiv-Versuch über die Weichsel, indem er fortgesetzt ein KorpsFront gegen den untern Theil des Stromlaufes machen ließ, biser durch ein nachfolgendes Korps abgelöst werden konnte.
Die Gegner überließen ihm Thorn und Warschau; er bil-