Am 2. Januar zählte man l!> Bataillone und zwar: I pom-mersche, 3 neumärkische, 6 westpreußische, 6 ostpreußische undl schlesisches in der Stärke von: i O l Offizieren, 572 kknterofsi-zieren, 85 Spielleuten, 1336 alten Soldaten und 8!>45 Kanto-nisten oder l0,281 Gemeinen. Somit war ein Mangel an Of-fizieren nnd Unteroffizieren noch immer vorhanden, besonders antüchtigen Offizieren, und hat derselbe gewiß wesentlich dazu beige-tragen, daß nur ein kleiner Theil der neuen Formationen imFelde erscheinen konnte.
Aber auch zur Bekleidung und Bewaffnung der Batailloncmangelte eS in Königsberg an Allem; man hatte seine ganzeHoffnung auf die Borräthe gesetzt, die aus andern Provinzen,besonders aus Schlesien, hätten unterweges sein müssen, derenAnkunft aber durch die Insurrektion in Süd- und Westpreußenunmöglich geworden war. ,
Außer diesem Mangel an Offizieren, Unteroffizieren, Beklei-dung und Bewaffnung griff auch das schnelle Vordringen desFeindes störend in die Organisation der neuen Formationen ein,da bereits Mitte Dezembers eine Rückverlegung derselben nach derMemel für nothwendig erachtet wurde.
Es war die Absicht, den provisorischen Bataillonen ein Jä-gerkorps zuzufügen, und erhielt der Hauptmann Willamowitz vomRegt. Natzmer den Befehl, aus den in Preußen befindlichen Kar-piken — Wildschützen — eine solche Truppe zu bilden. Es stell-ten sich indessen der Formation Hindernisse entgegen, die man fürunübersteiglich hielt, so daß man die bereits gesammelten Karpikentheils dem Depot des Feldjägerkorps, theils dem Major Bronnkowski überwies, der daraus eine eigene Abtheilung formiren sollte,die aber ebenfalls nicht zu Stande kam.
Wenn oben die Hindernisse bezeichnet worden sind, welchedem Fortgang der neuen Organisationen für die Infanterie zu-nächst im Wege standen, so scheint eö doch auch ziemlich sicher,daß die Wahl derer, welche man an die Spitze gestellt hatte,keine glückliche gewesen war. Offenbar war es ein Fehler, daßman gleich von vorn herein sich darauf einließ, eine bedeutendeAnzahl Bataillone formiren zu wollen, statt sich darauf zu be-