10
Nach de» Etats sollte das Korps an Kombattanten zählen:14,800 M. Infanterie, 8003 M- Kavallerie und 1638 Artilleri-sten, zusammen 25,341 Mann, doch wurden diese Zahlen beiweitem nicht erfüllt, da besonders die aus Südprenßen heranrücken-den Regimenter durch desertirende Polen ungemein geschwächtwurden.
Das Proviant-Fuhrwesen bestand noch aus einer Bäckerei-und 3 Proviant-Kolonnen mit 15 Backöfen, 226 Mehlwagen rc.,zusammen mit dem Lazareth-Fuhrwesen 3987 Pferde zählend.
Das Korps konnte sich nur sehr allmälig sammeln. DasGrenadier-Bataillon Massow, die Infanterie-Regimenter Rüts undPlvtz, das Kürassier-Regt. Wagenseld und eine reitende Batteriestanden in Warschau und auf dem linken Weichselufer gegen dieBzurra, und mußten mithin ihre Ablösung durch russische Trup-pen abwarten, um abmarschiren zu können. —
Schon in Küstrin hatte der König darauf Bedacht genom-men, die Truppen in Preußen durch neue Organisationen vonInfanterie- und Kavallerie-Abtheilungen zu verstärken. Am25. Oktober war durch Kabinets-Ordre befohlen worden, daß alleirgend entbehrlichen, diensttauglichen Kantonisten aus den vomFeinde noch nicht erreichten Provinzen auf dem linken Weichsel-Ufer aufs Schleunigste ausgehoben und nach Graudenz gesandt,daß alle Vorräthe an Gewehren oder sonstigen Armaturstückenaus den verschiedenen, noch nicht berührten Festungen mit Bor-spann unter der Bedeckung von einiger Infanterie, alle Feldge-schütze deS nicht mobil gemachten Bataillons des 2. Artillerie-Regiments aus Glogau und Breslau, und alle Montirungsma-terialien, so wie ordinaire, zur Bekleidung der Soldaten geeigneteTuche, die sich bei Kaufleuten und Fabrikanten vorfinden würden,ebenfalls schleunigst nach Graudenz geschafft werden sollten.
Am 7. November wurde von Graudenz aus der Flügel-Ad-jutant Major Bronikowski mit der Leitung der Organisation vonprovisorischen Bataillonen in dem Etat von 1 Stabsoffizier,
4 Hauptleuten, 1 l Lieutenants, 40 Unteroff., 9 Spielleuten und600 Gemeinen beauftragt. Zn diesem Behuf sollten alle nachGraudenz instradirten Kantonisten sogleich weiter nach Königsberg