Es waren bis dahin schwere Fehler begangen, doch lagendiese auf ganz andern Gebieten. Man hatte den Feldzug zufrüh eröffnet, indem man die Unterhandlungen mit den großenMächten zu spät anknüpfte, und die kleinen norddeutschen Fürstenganz ignorirte. Man hatte nicht alle disponibel zu machendenKräfte benutzt und Kräfte vergeudet, die in der Schlacht einegünstige Entscheidung herbciführen konnten: durch das Nicht- odervielmehr zu späte Mobilmachen der Truppen der östlichen Pro-vinzen; durch die Entfernung, in welche die Truppen des Her-zogs Eugen von Württemberg in Folge der Richtung auf Mag-deburg gehalten wurden; durch das zwecklose Entsenden des Her-zogs von Weimar und des Generals Plch. —
Man hatte daS Armeekommando in hohem Grade unzweck-mäßig organisirt, indem man dem Herzoge von Braunschwelgeinen Rath zur Seite stellte, an dessen Spitze der König selbststand, statt dem Herzoge die ganze Verantwortung zu überlassen;indem man auf einem und demselben Kriegstheater zwei ziemlichselbstständig neben einander stehende Armeen ausgestellt hatte, wo-durch der Oberbefehl geschwächt, die ersten unglücklichen Ereignissedes Krieges herbeigeführt, das Vertrauen der Armee zu dem Ober-befehl erschüttert, und der Herzog in seinen Entschlüssen schwankendwurde. — Man hatte die Armee in einer Organisation und ineiner Ausrüstung belassen, die der Kriegführung der Zeit nichtmehr angemessen waren, indem man nichts von den neuerenKriegserfahrungen ausgenommen, das alte Linearsystem stricte bei-behalten hatte, ohne die starken Seiten desselben — wie die Eng-länder — vorzugsweise auszubilden, so daß man der neuenTaktik der Franzosen mittellos gegenüberstand, und eigentlichvom Tirailleur- und Artillerie-Feuer allein geschlagen wurde; in-dem man in dem reichen Lande, in dem man sich befand, sichnicht zur Requisition entschließen konnte und Leute und Pferdehungern ließ. —
Das Alles waren Fehler, die nothwendig zur Sprache kom-men mußten, die aber mit der taktisch-strategischen Lage der Armeeam 13. Morgens nur mittelbar in Beziehung standen.
Es ist bereits der Fall betrachtet worden, wenn man die