litten und durch die Unordnung umher erschüttert worden war,nur geringen Widerstand leistete. Aber eS kam auch noch hinzu/daß selbst da, wo einzelne Schwadronen einen Vortheil erlangten,er nie benutzt werden konnte, weil die Leute dann ganz blind undnicht zu mäßigen waren. Wo sie einen Franzosen in die Händebekamen, fielen ihrer Zehn über ihn her und zerhieben ihn, biskein Stück mehr an ihm war — und mit jedem dieser Hiebehätten eben so viele Feinde außer Gefecht gesetzt werden können,die nun sich wieder sammelten, um den Preußen die erlangtenVortheile zu entreißen.
Der Fürst Hohenlohe that Wunder der Tapferkeit. So wieer schon beim Beginn des Vorrückens immer bei den vorderstenTruppen gewesen war, und so wie sich das Feuer rechts oderlinks besonders heftig wandte, demselben gewissermaßen nachge-ritten war, um die Ordnung zu erhalten, so hielt er sich auch nun-mehr bei den hintersten Truppen auf, und suchte durch sein Bei-spiel, durch Ermahnungen und Drohungen, das bereits entfloheneGlück noch zu fesseln. Aber es war zu spät. Nicht au die preu-ßische Tapferkeit war das Schicksal des Tages geknüpft. BeiVierzehn-Heiligen hatte den Fürsten eine matte Kartätschkugel amArm getroffen; die nämliche Lage verwundete mehrere Pferdeseines Gefolges, doch wurde im Laufe des ganzen Tages nur eineinziger Ordonnanzoffizier erschossen ')
1) Nicht unerwähnt darf hier die bewunderungswürdige Kaltblütigkeitund Unerschrockenheit des Prinzen Bernhard von Weimar gelassen werden.14 Jahre alt und von schwächlichem Körper, hatte ihn sein Vater, der Her-zog, ins Hauptquartier des Fürsten geschickt, um den Feldzug mitzumachcn.Er halte den ganzen 12. und 13. vom Morgen bis znm Abend zu Pferdegesessen, hatte das Gefecht am 13. und die Expedition nach Dornburg mit-gemacht und war am 14. früh wieder zu Pferde. Während der ganzenSchlacht wich er nicht einen Augenblick von der Seite des Fürsten, und imdichtesten Kugelregen sah man ihn keine Miene verziehen. Gleich dem Für-sten bemühte er sich, die fliehenden Bataillone zum Stehen zu bringen undwar überall an den gefährlichsten Orten. Als der Ordonnanzoffizier er-schossen wurde, sprang er weinend vom Pferde, »m ihm beizuspringcn. Eswar eine gefährliche Stelle und sein Gouverneur mußte ihn mit Gewaltsortziehen. Auf dem Rückzug immer beim Fürsten, blieb er noch die ganze